Alterszuschläge im Alltag

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Erkrankungen, Tod und Unfälle. Die Versicherer berechnen deshalb Alterszuschläge, um dieses Risiko auszugleichen. Hierfür werden spezielle Tarife wie „60 Plus“ der Allianz-Versicherung oder der „Seniorentarif“ des ADAC angeboten, die neben veränderten Beiträgen oft auch angepasste Leistungen beinhalten. Betroffen sind nicht nur Senioren, sondern bereits Menschen ab dem 40. Lebensjahr. Die Alterszuschläge sind rechtlich geregelt und können durch Verhandlungen mit dem Versicherer oder durch einen Wechsel zu einem anderen Anbieter nur in Einzelfällen reduziert werden.Retirement

Alterszuschlag bei der Kfz-Versicherung

Die Kfz-Versicherung wird im Alter ebenfalls teurer. Senioren zahlen je nach Alter bis zu 50 Prozent mehr für die Absicherung als junge Fahrer. Da es große Unterschiede zwischen den Anbietern gibt, sollte ein Kfz-Versicherung Vergleich definitiv in Erwägung gezogen werden. Einzelne Versicherer bieten spezielle Tarife für ältere Menschen an, um das erhöhte Unfallrisiko abzudecken. Die Option, von einer Vollkasko-Versicherung auf eine Teilkasko-Police umzusteigen, kann die Kosten wiederum reduzieren. Dennoch gehören Kfz-Versicherer oft zu jenen Unternehmen, die besonders hohe Alterszuschläge verlangen.
Auch andere Versicherungen wie zum Beispiel die private Krankenversicherung oder die Pflegeversicherung werden im Alter teurer. Ursächlich ist auch hier die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die Police in Anspruch genommen werden muss. Senioren, die sich frühzeitig über die Staffelung der Beiträge informieren, können eine Zunahme der Kosten oft durch einen Wechsel zu einem anderen Anbieter vermeiden.

Zuschläge bei der Reiseversicherung

Neben der Kfz-Versicherung gehört auch die Reiseversicherung zu jenen Policen, die im Alter teurer wird. So erhöht der ADAC die Gebühren in Einzelfällen um bis 65 Prozent, wobei auch hier das Alter des Versicherten und die individuelle Situation entscheidend sind. Die Hürde für eine Erhöhung der Gebühren liegt oft beim Eintritt in das 66. Lebensjahr. Auch gesunde Menschen müssen mit einer Erhöhung rechnen, da die einzelnen Anbieter mit einer generellen Erhöhung des Unfallrisikos rechnen, wie das z.B. bei Aktivreisen speziell für Menschen der Generation 50plus der Fall sein kann.
Das Gleiche gilt für die Reiserücktrittsversicherung. Auch hier ist der Jahrgang entscheidend. Wer beispielsweise im Jahr 1950 geboren wurde, muss für die Rücktrittsmöglichkeit mehr bezahlen als ein Senior, der im Jahr 1959 geboren wurde, da der Anbieter das Risiko eines Reiseabbruchs durch Krankheit oder Tod höher einschätzt. Spezielle Policen für ältere Menschen bieten einen Kompromiss für jene, bei denen tatsächlich ein erhöhtes Risiko besteht, dass die Reise nicht angetreten werden kann.

Alterszuschläge: Die gesetzliche Lage

Alterszuschläge sind für Senioren eine finanzielle Mehrbelastung. Oft werden die erhöhten Gebühren auch als diskriminierend empfunden. Dennoch ist die Erhöhung der Versicherungsbeiträge im Alter rechtmäßig, denn das im Jahr 2006 verabschiedete "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" regelt, dass bei einem erhöhten Risiko auch erhöhte Gebühren verlangt werden dürfen.
Ältere Menschen können sich dennoch gegen Zuschläge zur Wehr setzen. Möglich ist dies zum Beispiel, indem die Versicherung gewechselt oder mit einem Wechsel gedroht wird. Zwar kann die Zunahme der jährlichen Gebühren dadurch nicht gestoppt werden, doch oft lässt sich die finanzielle Mehrbelastung zumindest merklich reduzieren.

Dieser Beitrag ist ein Gastartikel von dem Redaktionsteam von Lebensfreude50plus, die es sich mit ihrem Blog Lebensfreude50plus zur Aufgabe gemacht haben, über Dinge rund um das Leben zu informieren.