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Der Industrie-Strom: Preis- und kommende Entlastungen

Für 2026 kündigen Bundeskanzler Friedrich Merz und die Bundesregierung große Entlastungen für den Bereich Energie an, ein Bestandteil dieser Entwicklung ist der Industriestrompreis. Dieser soll die energieintensive Industrie unterstützen und somit die deutsche Wirtschaft ankurbeln. Doch wie genau funktioniert diese Entlastung, woher kommt das Geld und wie viel kann am Ende tatsächlich gespart werden? Dies und mehr finden Sie im folgenden Beitrag von Wechseljetzt.de.

Das Wichtigste zuerst:

  • Industriestrompreis deckelt für 50% des Verbrauchs auf max. 5 Ct/kWh (ohne Netzentgelte/Abgaben).

  • Zielgruppe: stromintensive Firmen (Richtwert 1 GWh, im internationalen Wettbewerb, Klimainvest-Pflicht).

  • Kritik: kurzfristig, bürokratisch, reale Ersparnis eher klein.

Was ist der Industriestrompreis?

Der Industriestrompreis dient als Entlastung für stromintensive Betriebe. Er soll für 50% des Stromverbrauchs gelten und bei maximal 5 Cent pro Kilowattstunde liegen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Betriebe dann nur 5 Cent pro Kilowattstunde bezahlen müssen, denn Netzentgelte, Umlagen, Abgaben und Steuern müssen noch weiterhin bezahlt werden. 

Diese Entlastung wird durch EU-Vorgaben beschränkt, denn staatliche Unterstützung der Industrie ist nur in einem bestimmten Rahmen zulässig. 

Diese Beihilfe wird rückwirkend ausgezahlt, die Entlastungen für 2026, können also erst 2027 ausgezahlt werden. 

Warum gibt es den Industriestrompreis?

Der Hintergrund zur Einführung einer Entlastung der Strompreise für die Industrie liegt daran, dass Deutschlands Strompreise, besonders für die Industrie, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ziemlich hoch sind. Deutschland liegt hier in den Top 5, teurer ist es nur in Irland, Italien, Zypern und Kroatien. Mit Hilfe der Entlastungen, dem Industriestrompreis, soll also nun der Strompreis bei maximal 5 Cent pro Kilowattstunde liegen. 

industrie

Voraussetzung für den Industriestrompreis

  • Mindestens eine Hälfte des Ersparten fließt in moderne, klimafreundliche Produktion

  • Unternehmen müssen mindestens 1.000.000 kWh im Jahr verbrauchen (Richtwert)

  • Unternehmen müssen im internationalen Wettbewerb stehen

  • Branche muss auf der Kuebll-Liste stehen 

Kritik am Industriestrompreis

Es gibt durchaus Kritik am Industriestrompreis. Kritik von den Industrien thematisiert, dass der Industriestrompreis auf 3 Jahre begrenzt ist und dass dies nicht für strukturelle Änderungen ausreicht, da Budgets oft schon für die nächsten 10-15 Jahre festgelegt sind. Des Weiteren wird die Notwendigkeit bzw. der tatsächliche Nutzen in Frage gestellt. Die Deutsche Gießerei-Industrie e.V. hat die tatsächlichen Einsparungen beispielhaft vorgerechnet. Die letztendlichen Ersparnisse liegen bei nur 10%, also nur eine kleine Reduktion der Stromkosten - zumindest im Vergleich zur angepriesenen 50% Preisminderung. Auch wird kritisiert, dass die Branchen, die laut Kuebll-Liste in Frage kommen, eventuell veraltet festgelegt werden, denn die Kuebll-Liste baut auf Daten aus 2013-2015 auf.

Des Weiteren gibt es Kritik an der Planung des Industriestrompreises. Zunächst ist der bürokratische Aufwand für mittelständische Unternehmen sehr groß, also profitieren nur besonders große Industriebetriebe von der Entlastung. Des Weiteren wird die Entlastung aus dem Klima- und Transformationsfonds finanziert (in diesen wird beispielsweise die CO2-Steuer eingezahlt). Dies wirft die Frage auf, wie viel direkten Zusammenhang der Industriestrompreis mit Klimaschutz hat. In diesem Kontext wird auch hervorgehoben, dass es an Kontrollmechanismen fehlt, die feststellen, ob die Ersparnis auch nach Vorschriften in moderne, klimafreundliche Produktion investiert wird. 

Industriestrompreis: Fazit

Der Industriestrompreis ist also eine Entlastung für die energieintensive Industrie, um Deutschland als Standort für Unternehmen attraktiver zu machen. Es gibt jedoch einige Kritikpunkte. Wie effektiv diese Maßnahme also ist, wird sich zeigen.

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