Künstliche Intelligenz, auf Englisch Artificial Intelligence, ist für viele Menschen aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie wird längst nicht mehr nur für komplexe oder große Aufgaben eingesetzt, sondern ersetzt zunehmend auch einfache Suchanfragen und alltägliche Anliegen. Dadurch ist ihr Einsatz heute allgegenwärtig. Ein weiteres Thema von ähnlich hoher gesellschaftlicher Relevanz ist die Klimakrise. Diskussionen darüber, wie viele Emissionen eingespart werden müssen und welchen Beitrag einzelne Personen leisten können, prägen Debatten in der Gesellschaft. Betrachtet man diese beiden Themen gemeinsam, stellt sich eine zentrale Frage: Ist Künstliche Intelligenz ein Klimakiller oder ein Klimaretter?
Artificial Intelligence: Ein Klimakiller durch hohen Stromverbrauch?
Der steigende Gebrauch von KI-Tools führt zu einem immer höheren Stromverbrauch durch KI-Systeme. Zusätzlich zur erhöhten Nutzung ist auch der generelle Energieverbrauch bei der Nutzung relativ hoch. Künstliche Intelligenz läuft in Rechenzentren, die durchgehend betrieben werden und Kühlung benötigen. Laut der Internationalen Energieagentur liegt der weltweite Anteil von Rechenzentren am Stromverbrauch derzeit bei ca. 1.5-2 Prozent, mit steigender Tendenz.
Besonders problematisch ist dabei das Training großer KI-Modelle, das enorme Mengen an Rechenleistung und damit Energie verbraucht. Hierbei sind zwei zentrale Aspekte entscheidend: Aus welcher Energiequelle der genutzte Strom stammt und der hohe Wasserverbrauch für die Kühlung, welcher oft unterschätzt wird. Dazu kommen noch mögliche Risiken für Ökosysteme durch Abwärme oder Wasserentzug. Um Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu gewährleisten, ist es wichtig, diesen Strom aus klimafreundlichen Energiequellen zu beziehen, wie beispielsweise aus erneuerbaren Energien. Hinzu kommt der Ressourcenverbrauch für Hardware: Die Herstellung von Servern und Chips erfordert seltene Erden und produziert Elektroschrott.
Falls KI im großen Maße zum Beantworten von simplen Fragen genutzt wird, kann dies “unnötig” zum Stromverbrauch beitragen. Deshalb ist ein respektvoller Umgang wichtig und man sollte hinterfragen, ob die Antwort nicht auch schnell im Internet gefunden werden kann. Denn eine Anfrage an ChatGPT verbraucht schätzungsweise etwa zehnmal mehr Strom als eine herkömmliche Google-Suche. Falls trotzdem nicht auf die KI Unterstützung verzichtet werden möchte, kann als nachhaltigere Alternative Ecosia AI genutzt werden.
KI und Smart Grids: Kann Künstliche Intelligenz das Klima retten?
Künstliche Intelligenz kann jedoch auch ein unterstützendes Tool sein, um Ideen oder Strategien zu entwickeln, die den Klimaschutz vorantreiben. Sie kann komplizierte Aufgaben schnell lösen. Beispielsweise können KI-Tools benutzt werden, um Vorhersagen von Extremwetter zu verbessern. Konkret könnten Frühwarnsysteme für Überschwemmungen verbessert werden, was Leben retten und Schäden reduzieren kann.
KI kann auch die Materialforschung unterstützen und beispielsweise helfen, neue Batterietechnologien oder effizientere Solarzellen zu entwickeln. Darüber hinaus kann Künstliche Intelligenz in Strom- oder Hausnetze implementiert werden, wie beispielsweise in Smart Homes, um den Stromverbrauch zu organisieren (z.B. automatische Anpassung der Heizung oder Beleuchtung an die tatsächliche Nutzung). Außerdem kann KI auch helfen, das Stromnetz zu optimieren, indem sie das Angebot und die Nachfrage besser ausbalanciert und erneuerbare Energien effizienter einbindet.
Zusätzlich könnte KI auch bei der Koordinierung und Weiterentwicklung im Industrie- und Verkehrssektor helfen. Dadurch können beispielsweise weniger Ressourcen verschwendet werden, wie etwa durch optimierte Lieferketten, effizientere Produktionsprozesse oder intelligente Verkehrssteuerung zur Reduktion von Staus und den dabei zusätzlich entstehenden Abgasen.
Darüber hinaus wirkt KI als beschleunigendes Tool in der Auswertung von Daten. Dadurch können Forschungen vorangetrieben werden und effizientere Lösungen schneller gefunden werden. Jedoch sollte man die Ergebnisse immer überprüfen, da falsche Antworten nicht ausgeschlossen werden können.
Als Resultat kann festgehalten werden, dass, wenn KI richtig eingesetzt wird, Emissionen gesenkt werden können.
Die Bilanz: Klimakiller oder Klimaretter?
KI verbraucht viel Strom, kann aber gleichzeitig auch beim Energiesparen helfen. Die Klimabilanz hängt stark vom Kontext ab: Wird KI zur Optimierung fossiler Energiesysteme benutzt oder zur Entwicklung klimafreundlicher Technologien?
Wichtig sind folgende Fragen: Woher kommt der Strom? Wie effizient wird KI eingesetzt? Wofür wird sie genutzt? Steht der ökologische Nutzen in Relation zum Aufwand? Gibt es weniger energieintensive Alternativen für die jeweiligen Aufgaben?
Fazit
Künstliche Intelligenz ist weder gut noch schlecht, sondern einfach ein Tool, das genutzt werden kann. Somit kann sie das Klima belasten oder einen wichtigen Teil zum Klimaschutz beitragen. Die Verantwortung liegt bei Nutzern, Unternehmen und Politik und hängt nicht direkt von der Technologie selbst ab.
Nutzer sollten KI bewusst einsetzen und unnötige Anfragen vermeiden. Unternehmen sollten transparent über ihren Energieverbrauch kommunizieren und Investitionen in grüne Energien tätigen. Die Politik sollte gesetzliche Vorgaben schaffen und fördern, um einen bewussten Umgang im klimafreundlichen Sinne zu unterstützen. Nur durch das Zusammenspiel aller Beteiligten kann KI zu einem wirksamen Werkzeug im Kampf gegen die Klimakrise werden.