Die Abkürzung SDGs steht für „Sustainable Development Goals“, auf Deutsch für die “Nachhaltigen Entwicklungsziele". Diese wurden von den Vereinten Nationen verabschiedet und behandeln einige der relevantesten Themen unter dem Slogan „Frieden und Wohlstand für Menschen und Planet, jetzt und in der Zukunft“.
Im Jahr 2015 beschlossen, sollen die Sustainable Development Goals bis 2030 erreicht werden. Nun, im Jahr 2026 stellen sich die Fragen: Sind die angegangenen Themen überhaupt noch relevant? Wurden alle schon gelöst oder gibt es mittlerweile andere Probleme, die mehr in den Fokus rücken sollen? Was passiert nach 2030? Die Antworten und vieles mehr erfahren Sie in diesem Artikel.
Was sind die Sustainable Development Goals?
Die SDGs sind 17 globale Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die 2015 als Teil der Agenda 2030 verabschiedet wurden, um bis 2030 weltweit eine bessere, gerechtere und umweltfreundlichere Zukunft zu schaffen. Diese Ziele bilden eine Liste, welche drei Hauptbereiche abdeckt: Soziales (Menschen), Ökologie (Planet) und Ökonomie (Wohlstand).
Dieser Plan folgt der Annahme, dass alle Arten und Dimensionen von Armut die größte globale Challenge darstellen und diese Armut zu beseitigen eine unverzichtbare Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung ist. Somit zielen die SDGs darauf ab, bis 2030 Armut zu beenden, den Planeten zu schützen, Ungleichheiten zu verringern und menschenwürdige Arbeit zu fördern.
Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung bilden zusammen mit 169 Vorgaben konkrete Ansätze. Sie basieren auf den vorherigen, sogenannten Millenium Development Goals und versuchen zu vervollständigen, was diese MDGs nicht erreichen konnten.
Die Ziele sind in Kernprinzipien, auch die 5 Ps genannt, eingeteilt. Genauer gesagt: People (Menschen), Planet (Planet), Prosperity (Wohlstand), Peace (Frieden) und Partnership (Partnerschaft). Dabei bilden Peace und Partnership zusammen eine Kategorie. Hier sehen Sie eine genauere Übersicht:
-288af19414c602685eca75b43b47a833fff74bce.jpg)
1.1 People, Menschen, Soziales
SDG 1 Keine Armut
“Armut in allen ihren Formen und überall beenden.”
Im Bericht von 2025 wird geschrieben, dass über die Hälfte der Bevölkerung mittlerweile mindestens eine Sozialleistung bezieht.
SDG 2 Kein Hunger
“Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.”
Im Bericht von 2025 wird dargestellt, dass der weltweite Hunger in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Im Jahr 2024 litten 8,2 % aller Menschen weltweit unter Hunger, was einem relativen Rückgang von 8,5 % gegenüber 2023 entspricht, jedoch immer noch mehr als im Jahr 2015 mit 7,7 %.
SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen
“Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.”
Im Bericht von 2025 wurde dargelegt, dass in der Zeitspanne von 2015 bis 2023 die Müttersterblichkeitsrate um 14 % gesunken und die Kindersterblichkeitsrate (von Kindern unter 5 Jahren) um 16% gesunken ist.
SDG 4 Hochwertige Bildung
“Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung für alle gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens fördern.”
Im Bericht von 2025 wird gezeigt, dass im Vergleich zu 2015 109 Millionen mehr Kinder in der Schule sind , jedoch wird 272 Millionen immer noch der Bildungszugang verwehrt.
SDG 5 Geschlechtergleichheit
“Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.”
Im Bericht von 2025 wird geschrieben, dass im Wahljahr 2024 kaum Fortschritte bei der Geschlechterparität zu verzeichnen sind. Im Januar 2025 hielten Frauen 27.2% der Sitze in nationalen Parlamenten weltweit, was nur ein Anstieg um 0.2% im Vergleich zu 2024 ist und 4.9% im Vergleich zu 2015.
SDG 6 Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
“Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.”
Im Bericht von 2025 wird dargestellt, dass 74% Zugang zu einer sicheren Trinkwasserversorgung haben (Vergleich 2014 +68%), 58% eine sichere Sanitärversorgung haben (Vergleich 2014 +48%) und 80% grundlegende Hygienedienstleistungen nutzen können (Vergleich 2014 +66%).
1.2 Planet, Ökologie
SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie
“Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern.”
Im Bericht von 2025 wird aufgezeigt, dass der Zugang zu Elektrizität von 84% im Jahr 2010 auf 92% im Jahr 2023 anstieg. Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten weltweiten Energieendverbrauch nahm jedoch nur moderat zu, von 15,6 % (2015) auf 17,9 % (2022). Der Stromsektor verzeichnet dabei die größten Fortschritte: 2022 stammten 30 % des weltweiten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen.
SDG 12 Verantwortung bei Konsum und Produktion
“Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.”
Im Bericht von 2025 heißt es, dass 13% Lebensmittel entlang der Lieferketten verloren gehen und 19% der Lebensmittel von Verbrauchern verschwendet werden, zusammen also knapp ein Drittel aller produzierten Lebensmittel.
SDG 13 Klimamaßnahmen
“Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und dessen Auswirkungen ergreifen.”
Im Bericht von 2025 wird beschrieben, dass 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen war und die globale Durchschnittstemperatur 1.55 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegt.
SDG 14 Leben unter Wasser
“Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.”
Der Bericht von 2025 beschreibt, dass von 2009 bis 2018 14 % der weltweiten Korallenriffe verloren gingen. Heute sind 44 % der Korallenarten vom Aussterben bedroht.
SDG 15 Leben an Land
“Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.”
Der Bericht von 2025 zeigt, dass jedes Jahr mindestens 100 Mio. Hektar Land (etwa die Fläche Ägyptens) geschädigt werden. 2015-2019 stieg der Anteil geschädigten Lands von 11,3 auf 15,5 %; dies beeinträchtigt das Wohl von 3,2 Mrd. Menschen.
1.3 Prosperity, Ökonomie, Infrastruktur
SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
“Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.”
Im Bericht von 2025 wird beschrieben, dass 138 Millionen Kinder 2024 in Kinderarbeit waren. Das sind über 100 Millionen weniger als im Jahr 2000 und über 20 Millionen weniger als im Jahr 2020.
SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur
“Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.”
Im Bericht von 2025 wird gezeigt, dass die 5G-Abdeckung ansteigt, jedoch ungleichmäßig. Daten von 2024 zeigen, dass weltweit 51% der Bevölkerung Zugang zu 5G haben. In Ländern mit hohem Einkommen liegt die Abdeckung bei 84% und in Ländern mit niedrigem Einkommen jedoch nur bei 4%.
SDG 10 Weniger Ungleichheiten
“Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.”
Im Bericht von 2025 wird beschrieben, dass 28% der Menschen mit Behinderungen von Diskriminierung berichten. Bei Menschen ohne Behinderungen liegt dieser Wert bei 17%.
SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden
“Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.”
Im Bericht von 2025 wird aufgezeigt, dass bis zu 3 Milliarden Menschen Schwierigkeiten haben, sich Wohnraum zu leisten. 1,12 Milliarden Menschen leben in Slums oder informellen Siedlungen und haben keinen Zugang zu grundlegenden Gütern.
1.4 Partnership, Peace Partnerschaft, Frieden
SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
“Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern. Allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.”
Im Bericht von 2025 wird beschrieben, dass im Jahr 2024 alle 12 Minuten ein Mensch infolge eines bewaffneten Konfliktes sein Leben verlor. Insgesamt gab es 48.384 konfliktbedingte Todesfälle, die meisten unter Zivilpersonen. Das ist eine Zunahme um 40 % gegenüber 2023 und der dritte jährliche Anstieg in Folge.
SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
“Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen.”
Im Bericht von 2025 heißt es, dass die auf die Nachhaltigkeitsziele bezogenen Investitionen 2024 um 11 % sanken. Während es in den Bereichen erneuerbare Energien, Gesundheit und Bildung Zuwächse gab, erhielten drei wichtige Sektoren, Infrastruktur, Agrar- und Nahrungsmittelsysteme, sowie Wasser- und Sanitärversorgung, weniger internationale Mittel als 2015.
Falls Sie neugierig geworden sind, können Sie auf dieser Website sehen, wie die einzelnen Länder bei den SDGs performen und viele weitere Infos finden.
Wie sind die Ziele für nachhaltige Entwicklung entstanden?
Die MDGs, der Vorläufer der SDGs, konzentrierten sich vorwiegend auf Entwicklungsländer. Auf der Rio+20-Konferenz im Juni 2012 einigten sich die UN-Mitgliedsstaaten darauf, weiterführende Nachhaltigkeitsziele zu erarbeiten, die nach dem Auslaufen der MDGs Ende 2015 verfolgt werden sollten.
Die daraus entstandenen SDGs richten sich an alle Staaten und legen einen stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit und ökologische Dimensionen. Sie lösten die MDGs ab und bauten auf deren Erfahrungen auf.
Am 25. September 2015 wurde die Agenda 2030 mit ihren 17 „Zielen für nachhaltige Entwicklung" auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York von der Generalversammlung verabschiedet. Am 1. Januar 2016 trat sie offiziell in Kraft und ist auf eine Laufzeit von 15 Jahren ausgelegt.

Sind die Sustainable Development Goals (SDGs) noch relevant?
In den vorherigen Abschnitten wurde bereits auf die jährlichen Berichte der Vereinten Nationen verwiesen. Falls Sie selbst einen noch genaueren Einblick haben möchten, können Sie auf der Internetseite der Vereinten Nationen vorbeischauen oder mehr im Bericht vom Jahr 2025 nachlesen. Auf der Website finden Sie aktuelle Ereignisse, Aktionen, relevante Veröffentlichungen, Neuigkeiten und mehr über die spezifischen Unterziele.
Im Vorwort des 2025 Berichtes heißt es, dass trotz der wichtigen Errungenschaften, Konflikte, das Klimachaos, geopolitische Spannungen, sowie wirtschaftliche Schocks die erforderliche Entwicklung, um Ziele bis 2030 zu erreichen, hemmen.
Eine wichtige Statistik der Vereinten Nationen, welche die Situation als einen globalen Entwicklungsnotstand beschreibt, zeigt die aktuelle Lage noch genauer:
-
Bei 35% der Nachhaltigkeitsziele ist die Welt auf dem richtigen Kurs oder kommt nur mäßig voran.
-
Bei 47% der Nachhaltigkeitsziele geht es eher langsamer voran.
-
Bei 18 % der Nachhaltigkeitsziele sind sogar Rückschritte zu verzeichnen.
Zusätzlich kann, wie im ersten Abschnitt beschrieben, die globale Armut bisher nicht beseitigt werden und mehr als 800 Millionen Menschen steckten zum Zeitpunkt des 2025 Berichtes in extremer Armut fest. Darüber hinaus, sind die Kohlenstoffdioxidwerte so hoch wie seit über zwei Millionen Jahren nicht mehr und die internationale Friedens- und Sicherheitslage hat sich verschlechtert.
Jedoch können wie zuvor auch positive Entwicklungen verzeichnet werden, wie bereits in dem ersten Abschnitt beschrieben. Beispielsweise hat zum ersten Mal mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung mindestens eine Form von sozialer Absicherung. Zusätzlich ist die Mütter- und Kindersterblichkeitsrate gesunken, mehr junge Menschen, insbesondere Mädchen, schließen die Schule ab und der Anteil von Frauen in Parlamenten stieg von 2015 mit 22% auf 27% im Jahr 2025. Darüber hinaus haben sich der Zugang zu Elektrizität und die Internetanbindung verbessert.
Ein weiteres Beispiel, wie Deutschland im Thema Nachhaltigkeit Fortschritte macht, ist, dass Netzbetreiber Ökostromanbieter nicht mehr ablehnen dürfen. Das hat zur Folge, dass diese vermehrt genutzt werden, wodurch mehr erneuerbare Energien genutzt werden. Auf WechselJetzt.de können Sie gezielt den Ökostromrechner nutzen und somit einen Beitrag für die Nachhaltigkeit und die SDGs leisten.

Fazit und Zukünftige Perspektive der SDGs
Dieser Artikel zeigte bisher, was die Sustainable Development Goals sind, deren Relevanz und die aktuelle Situation. Wie Sie sicher bereits feststellen konnten, gibt es einige negative Entwicklungen und Statistiken, welche sicher deprimierend und enttäuschend wirken können. Um diese Informationen in einen Gesamtkontext einzuordnen, ist es wichtig, dass diese nicht eine solche negative Nachricht überbringen sollen, sondern vielmehr die Realität widerspiegeln, um aufzuzeigen, warum akutes Handeln und Veränderungen immer noch notwendig sind.
Darüber hinaus gelten die nachhaltigen Entwicklungsziele als erreichbar, aber nur, wenn entschlossen, gemeinsam und sofort gehandelt wird.
Realistisch gesehen kann, obwohl die Frist noch nicht abgelaufen ist, mehr oder weniger gesagt werden, dass sehr wahrscheinlich nicht alle Ziele erreicht werden. Doch was passiert nach dem Jahr 2030?
Trotz des Ablaufs der 2030-Agenda, sollen weiterhin nachhaltige Entwicklungsziele verfolgt werden. Somit wird bereits an einer Nachfolge-Agenda, der „Post-2030-Agenda“, gearbeitet. Somit endet nicht einfach das Streben nach den Zielen. Diese sollen als Basis für eine neue, weiterentwickelte Nachhaltigkeitsagenda dienen. Die SDGs sollen in eine neue, dynamische Struktur überführt werden, die auf gewonnenen Erkenntnissen und immer noch relevanten Lücken aufbaut. Es ist im Diskurs, zukünftige Ziele noch stärker auf die Einhaltung des Klimaschutzes und die Reduzierung globaler Ungleichheiten auszurichten.
Darüber hinaus soll der Privatsektor stärker eingebunden werden, genauer gesagt soll die Rolle von Unternehmen und Innovationen bei der Erreichung nachhaltiger Ziele weiter ausgebaut werden. Somit sind viele der Sustainable Development Goals immer noch von höchster Relevanz und sollen weiterhin, selbst nach 2030, das Streben nach einer nachhaltigen und besseren Welt voranbringen.