Es gibt für Wärmepumpen separate Stromtarife zur Auswahl. Doch dafür benötigt man einen Wärmepumpenzähler. Was das bedeutet, wie man diesen bekommt, und wann ein Einbau sinnvoll ist, erfahren Sie in diesem Artikel.
Das Wichtigste:
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Ein separater Stromzähler ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.
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Seit 2025 zählen Wärmepumpen (als steuerbare Verbrauchseinrichtungen) zu den Pflichteinbaufällen für intelligente Messsysteme; der Einbau erfolgt im Rahmen des gesetzlichen Rollouts durch den Messstellenbetreiber.
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Ein separater Zähler ermöglicht die Nutzung von Wärmestromtarifen.
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In manchen Altbauten ist es manchmal nicht wirtschaftlich, wenn der Zählerschrank erweitert werden muss.
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Bei niedrigem Verbrauch ist ein separater Zähler nicht unbedingt wirtschaftlich.
Wie funktioniert ein Stromzähler für die Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe verwendet zum größten Teil Umweltenergie und einen kleinen Teil Strom, und wandelt so die Umweltenergie in Heizenergie. Um feststellen zu können, wie viel Strom für die Umwandlung nötig ist, müssen Wärmepumpen mit einem Stromzähler verknüpft werden. Das kann entweder der normale Zähler, der auch für den übrigen Haushaltsstrom verwendet wird, sein, oder aber ein separater Wärmepumpenzähler.
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Es gibt analoge und digitale Messeinrichtungen, digitale können auch Smart Meter sein. Heutzutage werden digitale Stromzähler bevorzugt; bis 2032 sollen alle analogen Stromzähler gewechselt sein.
Des Weiteren gibt es verschiedene Ausführungen von Wärmepumpenzählern, nämlich Eintarifzähler und Zweitarifzähler. Bei einem Eintarifzähler für Wärmestrom wird einfach der gesamte Strom gemessen, den die Wärmepumpe verbraucht. Bei einem Zweitarifzähler werden zu verschiedenen Zeiten ein Hochtarif und ein Niedertarif abgerechnet.
Reduzierung der Netzentgelte
Seit 01.01.2024 müssen neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen (§14a EnWG) steuerbar sein. Im Netzengpass darf der Netzbetreiber die Leistungsaufnahme vorübergehend reduzieren, muss aber eine Mindestleistung von 4,2 kW gewährleisten. Auch wenn die Anlage nicht gedrosselt wird, werden die Netzentgelte trotzdem reduziert. Hier gibt es verschiedene Ansätze:
Modul 1: Pauschale Reduzierung
Modul 2: Prozentuale Reduzierung
Modul 3: Zeitvariable Netzentgelte
Ist ein intelligenter Stromzähler für Wärmepumpen Pflicht?
Ab 2025 ist der Einbau für Wärmepumpenbetreiber Pflicht. Es gibt eine Neuerung des Energiewirtschaftsgesetzes; §14a bedeutet für Hausbesitzer, dass neu installierte Wärmepumpen, Ladestationen und ähnliche Geräte an das Stromnetz angeschlossen werden dürfen, diese aber bei Überlastung teilweise vom Netzbetreiber gedrosselt werden können. In §14a-Fällen ist also das Steuerungsrollout gesetzlich verankert (iMSys + Steuerungseinrichtung als Standardleistung in diesen Fällen), ein Stromzähler mit Steuerungseinheit ist nun ab einer Leistung von mehr als 4,2 kW vorgeschrieben. Ob das als separates Messsystem für Wärmestrom oder über den Haushaltszählpunkt läuft, hängt vom Messkonzept ab. Das bedeutet, man muss den Zähler für seinen Haushaltsstrom auswechseln lassen, oder aber ein separates Smart Meter für den Wärmestrom anschaffen.
Kosten: Wärmepumpenzähler
Zusatzkosten entstehen selten durch den Zähler selbst, sondern durch Elektrikerarbeiten und ggf. notwendige Anpassungen am Zählerschrank. Ein einzelner Zähler kostet zwischen 100€ und 200€. Messstellenbetreiber stellen ihn und rechnen diesen dann über jährliche Entgelte/Preisobergrenzen ab. Doch mit dem Einbau kommen noch 300€ bis 500€ Installationskosten hinzu. Besonders wenn der Zählerschrank erweitert werden muss, können die Kosten noch höher ausfallen - je nach Situation kann es hier zu mehreren Tausend Euro kommen. Ob elektrische Nebenarbeiten (z. B. Anpassungen für Mess-/Steuertechnik) förderfähig sind, hängt vom jeweiligen KfW-Programm/Merkblatt und der Einordnung als notwendige Nebenarbeit ab.
Wärmepumpenzähler und BAFA/KfW
Ein separater Zähler für eine Wärmepumpe ist nicht generell für eine Förderung vorgeschrieben, aber die Möglichkeit zur Drosselung muss gegeben sein. Jedoch können die Kosten für einen separaten Zähler oder die Aufrüstung zu einem Smart Meter gegebenenfalls gefördert werden.
Lohnt sich ein Wärmepumpen-Zähler?
Eine kWh Wärmestrom ist im Durchschnitt 6-8 Ct günstiger als Haushaltsstrom, aber da mit einem separaten Stromtarif auch neue Kosten einhergehen, lohnt sich ein Wärmepumpenzähler ab ca. 3.000 kWh jährlichen Strombedarf. Der genaue Punkt, an dem sich ein Wärmepumpenzähler lohnt, hängt noch von einigen Variablen ab:
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Preisabstand zwischen Haushalts- und Wärmepumpentarif,
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Zusätzliche Grundgebühr, Messentgelt, Marktlokation,
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Ob man das Modul 1 ohne zweiten Zähler nutzt (dann sinkt der Vorteil eines zweiten Zählers).
Das bedeutet, die Anfangskosten rechnen sich nach etwas Betriebszeit, und die Ersparnisse des kWh-Preises sind größer als die Investition, dass zweifach eine Grundgebühr geleistet werden muss. Auch interessant zu wissen, die Zählerart kann gewechselt werden, sodass man sich auch im Nachhinein für eine andere Zahlungsart entscheiden kann.
Die Kosten, die man beachten sollte sind:
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Anschaffungskosten
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Installationskosten
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Wartungskosten
Wärmepumpenzähler und Ihr Stromtarif
Wenn Sie eine Wärmepumpe einbauen lassen, stellt sich die Frage, was mit Ihrem Stromtarif passiert, besonders wenn Sie einen separaten Zähler einbauen lassen. Ohne passenden Liefervertrag kann der neue Zählpunkt zunächst in die Ersatzversorgung fallen, deshalb sollten Sie rechtzeitig einen Wärmestromtarif abschließen. Ein zweiter Zähler ohne speziellen Wärmestromtarif ist daher wirtschaftlich nicht sinnvoll. Wenn Sie darüber nachdenken, einen separaten Wärmestromzähler einzubauen, dann können Sie bei uns gleich Ihren neuen Wärmestromtarif finden.
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