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Strom-Anbieter wechseln bei Stromsperre - geht das?

Eine Stromsperre ist eine Unterbrechung der Stromlieferung vom Versorger. Bei einer Stromsperrung kann somit die Nutzung von Strom in einem Haushalt gestoppt werden. Mehr Infos darüber finden Sie im folgenden Artikel.

So eine Unterbrechung kann nur unter den folgenden Voraussetzungen durchgeführt werden.

  • Mindestens zwei unbezahlte Abschläge

  • Zahlungsrückstand von 100€ oder mehr

  • Androhung mindestens 4 Wochen vor der Durchführung

  • Mitteilung 8 Tage vor Durchführung

  • Keine Lebensgefahr durch die Sperre

  • Nicht unverhältnismäßig (die Folgen der Sperre stehen außer Verhältnis zur Höhe der Schulden)

Deutschland gehört europaweit zu den Ländern mit den höchsten Energiekosten. Hohe Energiekosten belasten vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen und können zu Energiearmut führen. Bei Zahlungsschwierigkeiten können Netzbetreiber einen Lieferstopp erheben. Jährlich wird 300.000 Haushalten der Strom durch eine Stromsperre abgeschaltet. Bei Gassperren liegt diese Zahl bei 40.000. Doch angedroht wird das sehr viel öfter, 5-7 Millionen mal für Stromsperren, 1 Millionen mal bei Gassperren, es kann also gut sein, dass Ihnen das auch schon einmal widerfahren ist. 

Auch bei einer Stromsperre können Sie den Anbieter wechseln. Jedoch bedeutet dies nicht, dass die Stromsperre wegfällt, denn die Schulden beim alten Anbieter bleiben weiterhin bestehen. Die Stromsperre wird vom örtlichen Netzbetreiber ausgeführt. Auch bei einem Umzug kann Sie eine Stromsperre begleiten. 

Wie ist eine Stromsperre geregelt?

Stromsperren sind in der Stromgrundversorgungsverordnung (StromGVV) vom Gesetzgeber  in §19 geregelt.  Eine Stromsperre kann, wenn die Voraussetzungen gegeben sind (wie beispielsweise die Androhung vier Wochen vorher), vollzogen werden. 

Ausnahmen, in denen eine Stromsperre nicht zulässig ist, sind beispielsweise, falls Kleinkinder oder Personen mit chronischen Krankheiten im Haushalt leben. Auch wenn die Aussicht besteht, dass der Kunde seine Schulden in naher Zukunft begleichen wird (beispielsweise wenn eine Ratenzahlung vereinbart wurde), ist eine Stromsperre nicht zulässig.

Für eine Stromsperre kann der Energieversorger zusätzliche Kosten berechnen, im Durchschnitt werden hier insgesamt nochmal 100€ fällig.

Eine Stromsperre abwenden?

Wenn Sie eine Mahnung erhalten haben, ist es noch nicht sicher, dass Ihnen kein Strom mehr geliefert wird. Melden Sie sich am besten so schnell wie möglich bei Ihrem Stromanbieter, oft können Sie dann den offenen Betrag noch überweisen. 

Falls Sie aktuell nicht genug Geld haben, um den ausstehenden Betrag zu zahlen, fragen Sie auch dann bei Ihrem Stromanbieter nach, ob sich eine Einigung finden lässt. Dies hängt meist davon ab, wie hoch die Schulden sind und ob es in der Vergangenheit schon einmal zu Zahlungsverzügen gekommen ist. 

Was ist Energiearmut?

Es gibt keine direkte Definition von Energiearmut. Aber von Energiearmut wird gesprochen, wenn Haushalte nicht ausreichend heizen können oder keine ausreichende Stromversorgung haben. Auch wenn Energiekosten einen überproportionalen Teil der Haushaltsausgaben ausmachen, wird von Energiearmut gesprochen.

Die Gründe, warum es Haushalte in Energiearmut gibt, sind vielfältig. Im Fokus stehen meist hohe Energiekosten. Jedoch können auch hohe Kosten in anderen Bereichen, wie beispielsweise Mietkosten, oder aber auch geringe Sozialleistungen, kleine Renten, oder geringer Lohn, das Bezahlen der Energierechnung erschweren. Auch unnötig hohe Energiekosten durch schlechte Isolierung oder ineffiziente Altgeräte können die Strom- und Gaskosten in die Höhe schnellen lassen. Einige Bundesländer und auch die Verbraucherzentrale bieten Energieberatungen für Sie an.

Was tun, wenn der Strom abgestellt wird?

Sind Sie von einer Stromsperre betroffen? Wenn dies der Fall ist, ist es am besten, so schnell wie möglich Unterstützung einzuholen. Hierzu können Sie die Verbraucherzentrale, Schuldner- und Sozialberatungsstellen kontaktieren. Auch der direkte Kontakt mit dem Energieversorger kann helfen, denn meistens haben diese auch ein Interesse daran, eine gute Lösung zu finden. So sind in vielen Fällen Ratenzahlungen für verpasste Abschläge möglich.

Eine Stromsperre wird wieder aufgehoben, sobald die bestehenden Schulden beglichen sind.

Fazit

Energiearmut stellt in Deutschland ein zunehmendes Problem mit weitreichenden Auswirkungen dar. Im schlimmsten Fall kann eine Stromsperre drohen. Dabei gilt grundsätzlich, dass es deutlich einfacher ist, eine Sperre der Lieferung von Energie zu verhindern, als ihre Aufhebung zu erwirken. Wer frühzeitig handelt, geeignete Vorsorgemaßnahmen trifft und vorhandene Beratungsangebote in Anspruch nimmt, kann zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit einer Stromsperre vermeiden. 

Eine Möglichkeit, mit einer Stromsperre vorzubeugen, sind außerdem Prepaid-Tarife, diese gibt es in manchen Gegenden. So hört die Energieversorgung einfach auf, wenn das Guthaben aufgebraucht ist. Auf diese Weise können keine großen Schulden aufgebaut werden. Bei WechselJetzt.de gibt es keine Prepaid-Tarife.