Die Preise für Energie stiegen in und nach der Corona Zeit an. Das Schlimmste schien überwunden zu sein, doch regelmäßige geopolitische Schocks sorgen immer noch für drastische Preisveränderungen. Wie genau der Gaspreis zustande kommt und welche Faktoren ihn über die letzten Jahre beeinflusst haben, können Sie im folgenden Beitrag nachlesen.
Was steckt hinter dem Gaspreis?
Gaspreise entwickeln sich durch Faktoren wie dem Ölpreis, diplomatischen Beziehungen und anderen energiepolitischen Entscheidungen wie der Gaspreisbremse. Natürlich hängen Ihre individuellen Energiepreise auch von Ihrem Verbrauch, Ihrer Netznutzung und Ihrer Anbieterwahl ab. Außerdem gibt es viele verschiedene Preisbestandteile, welche die Preise beeinflussen, wie zum Beispiel Steuern und Umlagen. Haushaltskunden sparen am meisten, wenn sie regelmäßig den Gasanbieter wechseln, da sie als Neukunden Boni erhalten können. Die Abschläge sinken so im Durchschnitt und die Kosten für Gas pro Person/Haushalt werden weniger.
Der Gaspreis pro Kilowattstunde

Verbrauch 5000 kWh
Zunächst hängt der Preis pro Kilowattstunde für Gas von Ihrem Verbrauch ab. Auch Ihre Postleitzahl ist relevant, da die Netzentgelte und Gebühren in jedem Ort und in jeder Stadt anders sind. Der Gaspreis setzt sich aus Gebühren und Abgaben an den Staat und dem tatsächlichen Gaspreis zusammen. 42% des Preises gehen direkt an die Gasindustrie, die restlichen 58% sind verschiedene Steuern und Netzentgelte.
Diese Abgaben setzen sich aus der Gassteuer, der Umsatzsteuer, den Entgelten für die Nutzung der Infrastruktur sowie der Konzessionsabgabe zusammen. Die Bundesnetzagentur ist für die Erhebung dieser Entgelte zuständig. Die Betreiber der Versorgungsnetze müssen ihre voraussichtlichen Gebühren für das kommende Jahr spätestens bis zum 15. Oktober bekanntgeben. Die Netzentgelte basieren auf der sogenannten Erlösobergrenze, die die maximale Höhe festlegt und somit verhindert, dass Netzbetreiber Ihre Monopolstellung ausnutzen. Steuern werden je nach politischen Entscheidungen auf den Gaspreis erhoben. Auf jede Kilowattstunde Gas werden also verschiedene Steuern und Abgaben erhoben.
Somit ergibt sich: Ihr zu zahlender Betrag X Cent pro Kilowattstunde hängt von vielen Faktoren ab. Wenn Sie keinen anderen Anbieter gewählt haben, sind Sie vermutlich in der örtlichen Grundversorgung. Die Grundversorgung bietet keine Preisgarantie. Um die Preise mit einer Preisgarantie niedrig zu halten, lohnt sich ein Anbieterwechsel.
Wie kommt es zu Gaspreisschwankungen?
Ölpreis
Die Gaspreise sind tendenziell niedrig, wenn durch hohe globale Ölfördermengen ein Überangebot am Energiemarkt besteht, was die Beschaffungskosten für Energieanbieter senkt. Wenn weltweit viel Öl gefördert wird, entspannt sich der gesamte Energiemarkt, wodurch die Preise für Gasimporte sinken und die Anbieter diese günstigen Konditionen in Form von Tarifen an ihre Kund:innen weitergeben können. Dieser Trend führt dann dementsprechend zu günstigen Neukundentarifen. Das Gegenteil passiert allerdings, wenn die globalen Energiemärkte angespannt sind und somit die Marktpreise für Gas steigen. Diese Preissteigerungen leiten die Energieanbieter leider an ihre Verbraucher:innen weiter. Daher steht die Gaspreisentwicklung in einer starken wirtschaftlichen Korrelation zur Entwicklung des Ölpreises. Wenn eine Ölknappheit vorliegt, steigen aufgrund der Marktdynamik meist auch die Preise für das Gas.
Krieg in der Ukraine
Des Weiteren beeinflusst der Krieg in der Ukraine die steigenden Gaspreise, da Europa lange von russischem Gas abhängig war. Der Konflikt mit Russland treibt somit die Gaspreise für Verbraucher:innen in die Höhe. Bei der Gasversorgung stand Deutschland deutlich in der Abhängigkeit von Russland, da 55,6% der Erdgaslieferungen bis 2021 aus Russland stammten. Dies machte Deutschland zum größten Importeur von russischem Erdgas. Einen Gas-Engpass gab es, weil sich seit dem Ukraine-Konflikt die Lage zwischen Russland und Deutschland stark angespannt hatte. Deutschland hat allerdings seither einige neue Maßnahmen ergriffen und den Energiemarkt diversifiziert. Des Weiteren gab es Maßnahmen, um Strom und Gas zu sparen, wie Sparanreize, und Informationskampagnen sowie auch neue LNG Terminals. Allgemein wird die Lage kontinuierlich bewertet. Aktuell wird die Gasversorgung als stabil eingeschätzt, doch ein sparsamer Gasverbrauch bleibt weiterhin wichtig.
Krieg im Iran
Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran-Konflikt führt zum Anstieg der Ölpreise – auch Deutschland ist von den Auswirkungen betroffen, obwohl wir nur 6 % unseres Öls direkt aus dem Nahen Osten importieren. Woran liegt das? Die globale Ölversorgung ist gestört und andere Länder müssen nun auf teurere Alternativen ausweichen. Das führt zu höheren Transportkosten, Spekulationen an den Börsen und Risikoaufschlägen auf den Preis.
Obwohl wir nur einen kleinen Teil unseres Öls direkt aus der Krisenregion beziehen, sorgt die Korrelation der globalen Energiepreise dafür, dass auch bei uns die Kosten für Gas und Strom steigen.
Für Deutschland bedeutet das:
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Höhere Heiz- und Spritkosten für Haushalte.
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steigende Produktionskosten für die Industrie.
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Inflation und Kaufkraftverlust.
Kurzfristig bleibt die Lage volatil, Experten erwarten weiter hohe Energiepreise, solange die Spannungen im Nahen Osten und die unsichere Lieferlage bestehen. Fest steht jedoch, sollte sich die Lage nicht entspannen, droht eine erneute Energiekrise, die sich auch auf den Strompreis sowie unsere Volkswirtschaft negativ auswirkt.
CO2 Bepreisung
Die CO2-Abgabe auf Gas stieg 2022 von 25 € auf 30 € pro Tonne. Im Jahr 2024 liegt sie bei 45€. Im Jahr 2025 stieg der CO2-Preis auf 55 € an. Ab 2026 wird der Preis nicht mehr von der Regierung vorgegeben, sondern durch einen “Auktionshandel” (Nationaler Emissionshandel) ermittelt. Damit der Preis aber nicht unbegrenzt steigen kann, wurde ein Korridor von mindestens 55 und maximal 65 Euro festgelegt. Das gilt bis 2027, bis dann ab 2028 der Preis komplett frei am Markt verhandelt werden soll. Die Entwicklung des CO2-Preises ist im Klimapaket festgelegt und soll helfen, die CO2 Emission zu reduzieren. Dies soll dazu führen, dass Verbraucher:innen sparsamer mit Erdgas umgehen. Außerdem sollen so erneuerbare Energien attraktiver werden. Durch eine höhere Besteuerung und höhere Kosten soll die CO2-produzierende Energieerzeugung vermindert werden. Der Energiepreis ist also gedeckelt, und doch wird er durch die CO2 Bepreisung langsam teurer. Dies gilt natürlich nicht, wenn Sie Ökogas beziehen, da dieses oft CO2 neutral ist.
Gaspreisentwicklung im Laufe der Zeit
Preise seit 2005

Verbrauch 20.000 kWh
2008 stiegen die Gaspreise aufgrund von erhöhten Beschaffungspreisen, diese Entwicklung stand im Zusammenhang mit steigenden Ölpreisen. Doch mit der Finanzkrise 2009 sank die Nachfrage, und somit auch der Gaspreis wieder. In diesem Graphen ist außerdem erkennbar, dass die Gaspreise seitdem sogar eher gesunken als gestiegen sind, da das Gas aus Russland noch günstig importiert werden konnte. Dies lässt sich vor allem an der Entwicklung zwischen 2015 und 2016 erkennen, wo der Gaspreis von 6,62 Cent pro Kilowattstunde auf 5,89 Cent pro Kilowattstunde gesunken ist. Dennoch war diese Entwicklung nur temporär. Einen rapiden Anstieg des Gaspreises gab es in 2021 und 2022. Dies wurde durch Faktoren wie die Corona-Pandemie und den Ukraine-Konflikt beeinflusst. So betrug der Gaspreis bereits mehr als das Doppelte des Gaspreises vor der Energiekrise. Seit dem Jahr 2022 sind die Gaspreise allerdings bereits wieder gesunken und ein Wechsel des Anbieters kann sich nun in 2025 wieder lohnen. In 2026 sind die Preise weiterhin niedriger als 2025, jedoch steigt der Preis im März langsam wieder an im Vergleich zum Januar.
Aktuelle Gaspreisentwicklung
Gaspreise 2026
Zu Beginn des Jahres 2026 sanken die Gaspreise leicht, bis es zum Angriff der USA und Israels auf den Iran kam. Seitdem der Iran die Straße von Hormus blockiert, steigen die Preise wieder an. Die weitere Entwicklung hängt von der Dauer des Konflikts ab und ist daher schwer zu antizipieren. Es ist jedoch klar: Sollte sich der Krieg im Iran in die Länge ziehen, droht eine erneute Energiekrise. Falls Sie diese Entwicklung besorgniserregend finden und sich jetzt noch einen neuen Gasvertrag sichern wollen, können Sie unseren Gasvergleich nutzen, um den passenden und günstigsten Tarif für Sie zu finden
Gaspreis 2025
Allgemein waren die Gaspreise in 2025 doppelt so hoch wie noch vor fünf Jahren. Dies liegt mitunter an dem steigenden CO2-Preis und an steigenden Netzgebühren. Der weitere Ausbau der LNG-Infrastruktur und zusätzliche Diversifizierung der Gasversorgung sollen dem entgegensteuern und den Markt weiter stabilisieren.
Gaspreis 2024
Obwohl im Jahr 2024 die Energiepreisbremse wegfiel, sanken die Gaspreise. Durch neue Importpartner und den Ausbau von LNG Terminals war der Gashandel relativ stabil.
Gaspreis 2023
Die Preise für Erdgas pro Kilowattstunde im Jahr 2023 wurden stark durch die Gaspreisbremse bestimmt. Die Gaspreisbremse ist Teil der Energiepreisbremse 2023. Der Preis für Gas war im Jahr 2023 auf 12 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Diese Preisbremse galt für 80 Prozent des verbrauchten Gases. Die restlichen 20 Prozent wurden mit dem normalen Tarifpreis bezahlt. Im Rahmen der Gaspreisbremse durften Neukundenboni nicht mehr höher als 50 Euro sein. Da nicht nur Gaspreise sondern auch andere Energiepreise gestiegen waren, gab es auch eine Strompreisbremse und eine Fernwärmebremse.
Gaspreis 2022
Im Jahre 2022 stiegen die Preise weiter. Dies lag an gestiegenen Gaspreisen im Großhandel, an der CO2 Abgabe sowie daran, dass die Gasspeicher nicht komplett gefüllt waren. Die Preiserhöhungen lagen durchschnittlich bei 75%. Die Gründe für die nicht vollen Gasspeicher waren die Rohstoffknappheit und der Klimawandel. Des Weiteren waren die Corona-Pandemie und der Ukraine-Konflikt starke Einflussfaktoren, die die Gaspreise negativ beeinflussten. 970 Gasversorger erhöhten die Gaspreise am Anfang des Jahres 2022. Daher ist es richtig und wichtig für ein kosteneffizientes Nutzungserlebnis, sparsam mit Gas umzugehen. Doch da Erdgas mehr besteuert wird, wird Ökogas im Verhältnis günstiger.
Prognosen zum Gas
Vor allem jährlich veränderte Gaspreise pro Kilowattstunde stellen nicht nur die Marktforscher vor eine immer wiederkehrende Aufgabe, sondern auch die direkt betroffenen Verbraucher:innen. Prognosen der letzten Jahre im Hinblick auf den aktuellen Gaspreis sind heutzutage kaum verlässlich vorauszusagen. Nachdem die Gaspreise zwischen 2012 und 2017 stets gesunken sind, sind die Gaspreise in den letzten Jahren stetig gestiegen. Im Jahr 2021 lag der Gaspreis bei durchschnittlich 6,84 Cent/kWh. Auch 2022 stiegen die Gaspreise weiter und lagen bei durchschnittlich 13,01 Cent/kWh. Aufgrund des Krieges in der Ukraine und den darauf folgenden Sanktionen gegen den Gasimport aus Russland stieg der Gaspreis im Jahr 2023 noch einmal besonders deutlich an, auf durchschnittlich 14,35 Cent/kWh. Im Jahr 2025 lag der Preis bei durchschnittlich 11,94 Cent/kWh und damit deutlich unter den Krisenwerten von 2023. Bis jetzt hat sich der Iran-Krieg noch nicht allzu stark auf den Gaspreis ausgewirkt, denn dieser liegt im Moment bei 10,8 Cent/kWh (30.03.2026). Jedoch ist ein leichter Anstieg seit dem Beginn des Krieges zu sehen, denn der Tiefstwert dieses Jahres lag bei 7,9 Cent/kWh (07.01.2026).
Während die Anpassung an den Wegfall russischen Gases weitgehend abgeschlossen ist, braut sich im Nahen Osten eine neue Gefahr zusammen. Im Gegensatz zum regional begrenzten Ukraine-Krieg könnte eine weitere Eskalation im Iran den globalen Markt erschüttern. Auch wenn aktuell physisch noch genug Öl und Gas fließen, sorgt allein das Risiko einer Blockade wichtiger Handelsrouten für neue Preissprünge. Sollte es dann auch zu einer physischen Knappheit kommen, z.B. durch das verringerte Angebot und der daraus resultierenden höheren Konkurrenz, besteht die Gefahr einer Energiekrise.
Werden die Gaspreise wieder sinken?
CO2 wird zu einer immer größeren Gefahr, da es die Erderwärmung verursacht und für die Versauerung der Meere verantwortlich ist. Somit werden Produkte, die CO2 verursachen, immer teurer. Im Bereich der Energie gibt es jedoch auch mit jedem Tag mehr Anbieter, die diese CO2-frei anbieten.
Beim Gaspreis gibt es Schwankungen innerhalb eines Jahres, besonders in den ersten zwei Quartalen sind die Gaspreise in Tarif-Angeboten tendenziell niedriger. Es kann sich daher lohnen, einmal Gaspreise zu vergleichen und gegebenenfalls den Vertrag zu wechseln.
Um Gas zu sparen ist eine unserer Empfehlungen beim Heizen nicht den Überblick zu verlieren. Daher sollte man Heizkosten möglichst gering halten. Dies ist vor allem für Haushalte und Unternehmen, welche einen hohen Verbrauch haben, wichtig. Entlüften Sie Ihre Heizung regelmäßig, um Ihre Heizkosten niedrig zu halten.
Tarifwechsel
Noch sind die Gaspreise relativ stabil. Darum lohnt es sich, Anbieterwechsel durchzuführen. Mit unserem Gasrechner haben Sie einen schnellen Vergleich und einfach die günstigsten Tarife für Gas. Ein Wechsel kann Ihnen zu einem geringeren Preis und einem Neukundenbonus oder Sofortbonus verhelfen.
Es lohnt sich, Ihre persönlichen und die allgemeinen Gaspreise stets im Blick zu behalten und regelmäßig zu wechseln. Ein Gasvergleich kann Ihnen als Verbraucher:innen einen echten Vorteil bieten. Durch das jährliche Wechseln können Sie sich jedes Jahr aufs Neue Boni sichern und Geld sparen. Schauen Sie in unserem Menü doch einmal auf unseren Gasrechner für günstige Angebote und wechseln Sie in nur fünf Minuten den Anbieter! Der Wechsel lohnt sich zu jedem Zeitpunkt des Jahres!
Fazit
In Deutschland heizen nach wie vor die meisten Haushalte mit Erdgas. Natürlich machen sich viele Verbraucher:innen Sorgen um ihre finanzielle Sicherheit. Über die nächsten Jahre wird der Gaspreis durch die CO2-Steuer tendenziell steigen. Wenn eine Preiserhöhung Ihres Weges kommt, nutzen Sie Ihr Sonderkündigungsrecht oder bestehen Sie auf Ihre Preisgarantie, um einen niedrigen Preis pro Kilowattstunde zu zahlen. Oder führen Sie einen Wechsel durch, um den besten aus allen Gasanbietern auszuwählen.
Um noch heute mit Einsparungen von Gas sowie Strom zu starten, ist eine unserer Empfehlungen, einen Blick auf unsere Stromspartipps sowie Tipps zum Gas sparen zu werfen. So können Sie noch heute Ihren Energieverbrauch senken.
Haben Sie Fragen zu unseren Gastarifen?
Auf unserer Seite mit häufigen Fragen zum Thema Gas und einem möglichen Anbieterwechsel finden Sie umfassende Antworten und Informationen. Auch zum Thema Strom haben wir einFAQ für Sie. Zusätzlich steht Ihnen das WechselJetzt.de-Serviceteam gerne jederzeit per E-Mail von Montag bis Freitag von 09:00 bis 17:30 Uhr telefonisch (040 – 60 590 121) zur Verfügung.
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