Die Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen

Was würde geschehen, wenn es auf einmal keine Cent-Münzen mehr gäbe? Die meisten unter uns würden sich sicherlich über eine leichtere Geldbörse freuen. Die EU-Kommission will sich nun genau diesem Unterfangen annehmen. Doch welche Auswirkungen würde die Abschaffung der Cent-Münzen noch haben? Lesen Sie nachfolgend alles rund um die kupfernen Münzen der EU.cent2

Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen

Seit Einführung des Euro-Bargelds in 2002 hat sich die Zahl der 1- und 2-Cent-Münzen mehr als vervierfacht, d.h. mehr als 61 Milliarden der kleinen Geldstücke befinden sich innerhalb der EU-Staaten im Umlauf. Allein im Jahr 2019 mussten die EU-Staaten Münzen im Wert von 2,1 Milliarden Euro neu prägen lassen, da Münzen gerne von Bürgern in Dosen gehortet werden, einfach verloren gehen oder als Glückscents in weltweiten Wunschbrunnen landen. 

Krumme Preise wirken sich auf das Kaufverhalten aus

Als Konsument ist man mittlerweile an die Preise im Einzelhandel gewöhnt: Egal, ob 17,99 € oder 99,98 €. Diese strategische Preisgestaltung soll den Konsumenten dazu verleiten, den Preis als etwas niedriger wahrzunehmen als er tatsächlich ist. An der Kasse erhält der Bargeldbezahler dann die Cent-Münzen als Rückgeld, um diese dann monatelang mit sich im Geldbeutel herumzutragen. Denn eine wirkliche Verwendung gibt es oftmals für die lästigen 1- und 2-Cent-Münzen nicht. Ursula von der Leyen (CDU) möchte das Kleingeld jedoch nicht deswegen abschaffen: Der Hauptgrund der EU-Kommission rührt daher, dass das Kleingeld zu kostenintensiv in dessen Herstellungs- und Transportkosten ist. Der Plan der EU-Kommission dürfte jedoch auf offene Ohren in der EU-Bevölkerung treffen, denn laut einer Umfrage würden sich 64 % aller Befragten für die Abschaffung der kleinen Kupfermünzen aussprechen.cent3

Hohe Herstellungs- und Transportkosten für 1- und 2-Cent-Münzen

In einem Bericht, welchen bereits Von der Leyens Amtsvorgänger Jean-Claude Juncker verfasst hatte, wird argumentiert, dass bereits in vielen EU-Länder Geldbeträge beim Einkaufen auf- bzw. abgerundet werden. Die Verwendung der 1- bzw. 2-Cent-Münzen ist in diesen Ländern, wie beispielsweise in den Niederlande, somit bereits überflüssig geworden. Nun soll auch Deutschland diesem Beispiel folgen, denn in der Bundesrepublik fallen die Herstellungs- und Transportkosten für die kleinen Münzen sehr hoch aus. So wurden 1- und 2-Cent-Münzen beispielsweise auf der norddeutschen Insel Wangerooge bereits Ende 2019 verbannt, da diese via Flugzeug eingeflogen werden mussten. Ebbe und Flut verhinderten oftmals die Einfuhr der Münzen durch einen Fährdienst. Das Flugzeug machte den Import der Münzen jedoch teurer als deren tatsächlicher Gesamtwert. Insgesamt bringt die Verwendung der kleinen Münzen überwiegend Nachteile für den Einzelhandel, denn diese müssen sicherstellen, dass ausreichend Münzen als Wechselgeld für das Tagesgeschäft zur Verfügung stehen und diese ebenfalls regelmäßig zur Bank bringen. Ein Aufwand, welcher sich angesichts des Werts des Kleingelds nicht wirklich lohnt. cent4

Fazit

Während die derzeit im Handel anzufindenden Preise überwiegend auf deren psychologischen Wirkung auf den Konsumenten und dessen Kaufverhalten zurückzuführen sind, haben die 1- und 2-Cent-Münzen keinen wirklichen Vorteil. Mit den Plänen der EU-Kommission soll die Bürokratisierung rund um die kleinen Münzen für alle betroffenen Parteien, d.h. den Einzelhandel, Staat und Konsumenten, vereinfacht werden. Die meisten unter uns dürften sich über diese Vereinfachung freuen und werden sich nicht sonderlich wehmütig von den kleinen Münzen verabschieden können.