DVB-T2 HD – Deutschlands neuer Empfangsstandard

Ab dem 29. März 2017 wird in Deutschland der Betrieb des digitalen Antennenfernsehens (z. Zt. DVB-T) auf die neuste Version DVB-T2 HD umgestellt und die veraltete Variante abgestellt. Wer betroffen ist, was für Vor- und Nachteile dies mit sich bringt und alle technische Änderungen: Bei WechselJetzt.de erhalten Sie alle Informationen zur neuen Art des Antennenfernsehens.

TV2

95% aller deutschen Haushalte besitzen heutzutage ein Fernsehgerät. Fernsehen in Deutschland hat einen hohen kulturellen, sozialen, politschen und wirtschaftlichen Wert. Beim Empfangen von Fernsehprogrammen gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit zwischen Kabel-TV, Satellitenschüssel, Antenne (DVB-T) und inzwischen sogar Internet zu wählen, wobei 16,5 Millionen deutsche Haushalte durch Kabel versorgt werden, 17,9 Millionen via Satellit und nur 1,9 Millionen Deutsche das digitale Antennenfernsehen empfangen. Ende März diesen Jahres beginnt die Umstellung auf einen neuen Standard des DVB-T2 Fernsehens.

Wer ist von der Umstellung zu DVB-T2 betroffen?

Nicht alle Haushalte, die ein Fernsehgeräte besitzen, sind von der Umstellung des deutschen Fernsehsystems betroffen. Ausschließlich Haushalte, die ihren TV-Empfang via Antenne erhalten, sind Teil der Umstellung und müssen sich um etwaige Änderungen kümmern, um nicht vor einem schwarzen Bildschirm zu sitzen und das Fernsehprogramm weiterhin störungsfrei genießen zu können. Obwohl der offizielle Tag der Umstellung für den 29. März datiert ist, wird es in einigen ländlichen Regionen bis Mitte 2019 dauern bis die Aufnahme des DVB-T2 komplettiert ist. In welchen Regionen der 29. März als Stichtag wahrgenommen werden sollte, kann über die Internetseite des zuständigen Projektbüros in Erfahrung gebracht werden.

Wie kann man herausfinden, welche Art von Fernsehempfang genutzt wird?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, auf welche Weise Sie Ihren Fernsehempfang beziehen, besteht die Möglichkeit über die Teletextseite 199 herauszufinden, ob das jeweilige Fernsehprogramm durch DVB-T empfangen wird. Einfach den Teletext der ARD oder RTL aufrufen, Seite 199 eingeben und sofort wird eine Meldung angezeigt, die die Information des Fernsehempfangs preisgibt.

Was ist der Grund der Umstellung?

Wie schon der in 2008 eingeleitete Wechsel von analogem zu digitalem Fernsehen, beruht der Umstieg auf die neue Technologie des Antennenfernsehens auf der Verbesserung der Bildqualität in Deutschland. DVB-T2 HD bietet nun auch Antennenzuschauern eine HD-Bildqualität (1920 x 1080 Pixel), was sogar ein weitaus besseres Bild gegenüber des herkömmlichen HD-Kabelfernsehens liefern soll. Gleichzeitig ist es das Ziel einen besseren Empfang stationär sowie mobil in städtischen und auch ländlichen Regionen möglich zu machen. Durch die Umstellung werden außerdem Frequenzen für die mobile Internetnutzung frei, was dem Staat mehrere Milliarden Euro einbringen wird, wie die Bundesnetzagentur berichtet.

Welche Vorkehrungen müssen getroffen werden?

Einige technische Änderungen müssen beachtet werden, um die Umstellung im Eigenheim durchzuführen und das neue High Definition Bilderlebnis problemlos mit einem Antennenanschluss genießen zu können. Die freudige Nachricht hierbei: Veraltete Antennen können auch weiterhin genutzt und müssen trotz der Umstellung auf DVB-T2 HD nicht ausgetauscht werden. Leider ist dies nicht der Fall für Fernsehgeräte, die vor 2015 erworben wurden. Oftmals sind diese nicht mit der neuen DVB-T Version vereinbar und brauchen einen neuen speziellen DVB-T2 HD Receiver. Dieser kostet in der Regel um die 70 Euro und kann durch dieses grüne Gerätelogo erkannt werden:

Gerätelogo

Natürlich kann auch ein neuer Fernseher erworben werden, der die angegeben Kriterien für den neuen Antennenempfang erfüllt, was allerdings etwas teurer werden kann.

Wenn ein Fernsehgerät vorhanden ist, das mit DVB-T2 kompatibel ist, muss einzig ein erneuter Sendersuchlauf am Tag des 29. März durchgeführt werden, um die Fernsehprogramme auf den neusten Stand zu bringen. Kompatible Geräte sind ebenfalls durch das grüne Gerätelogo gekennzeichnet. Ohne einen Receiver oder Fernseher, der DVB-T2-HD unterstützt, wird es ab dem 29. März 2017 nicht mehr möglich sein, Antennenfernsehen zu empfangen.

Was ändert sich bezüglich der zu empfangenen Programme?

Alle 21 öffentlich-rechtlichen Sender, wie z.B. Das Erste und ZDF, werden durch DVB-T2 HD in bester Qualität, frei empfangbar und unverschlüsselt zu sehen sein. Auch alle privaten Sender sind mit der neuen Technik in HD zu sehen, allerdings werden diese nach einer 3-monatigen kostenfreien Phase durch den Betreiber Freenet TV und ein  Abonnement kostenpflichtig. Dies wird die Verbraucher jährlich 69 Euro kosten (5,75 Euro/Monat) und ist auf die Erhöhung der Verbreitungskosten der Privatsender zurückzuführen, die durch die höhere Bildqualität und demnach zu benutzende Bandbreite entstehen. Hinzu kommt, dass die Privatsender bei DVB-T2 HD verschlüsselt sind, was bedeutet, dass zuzüglich ein CI+ Modul erstanden werden muss (ca. 80 Euro), welches in den Receiver oder Fernseher eingesteckt wird. Ohne dies wird es nicht möglich sein, private TV-Sender zu empfangen.

Fernsehzuschauer mit Antennenempfang müssen sich also auf einige Veränderungen vorbereiten, worum sich schnellstmöglich gekümmert werden sollte, so rät die Deutsche TV-Plattform. Der 29. März steht bevor und es besteht die Möglichkeit, dass es bei der Vorbereitung auf die Umstellung auf DVB-T2 zu Geräteengpässen kommt.

Bei weiteren Fragen bezüglich DVB-T2 HD sowie weiteren Themen steht das WechselJetzt.de-Serviceteam Ihnen jederzeit zur Verfügung. Sie erreichen uns unter unserer kostenlosen Servicenummer 040 – 60 590 121 oder per E-Mail (info@wechseljetzt.de).