Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen

Ob auf deutschen Autobahnen eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt werden soll oder nicht, ist ein stark umstrittenes Thema. Immer wieder wird die Frage von Politikern aufgegriffen und zur Diskussion gebracht. Hierbei geht es zwar im allgemeinen um Verkehrssicherheit, jedoch kann die Emotionalität des Themas nicht ignoriert werden: Zu sehr sind wir in Deutschland an unsere schnellen Autobahnen gewöhnt. Doch die Meinungen sind seit jeher gespalten. Lesen Sie nachfolgend alles rund um das Thema Tempolimit auf deutschen Autobahnen.

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Umfrageergebnisse sind gespalten

Wenn das Thema Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen in einer privaten Unterhaltung angesprochen wird, kann es emotional werden: Schnell fühlen sich die einen ihrer Freiheit beraubt, während die anderen mit Unfallstatistiken mahnen. Da das Thema bei vielen eine emotionale Reaktion hervorruft, ist es wichtig, einen Blick auf die Fakten zu werfen, um der derzeit neu entfachten politischen Diskussion sachlich folgen zu können.Eine Umfrage des ADAC verdeutlicht, wie sehr sich die Meinungen zu dem Thema spalten: In einer in 2019 geführten Umfrage sprachen sich 50 % gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus, während sich 45 % dafür aussprachen. Das Ergebnis reflektiert, wie sehr die Meinungen gespalten sind, sei es im privaten Bereich als auch auf politischer Ebene.

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“Vision Zero” des Deutschen Verkehrssicherheitsrates

Einige Politiker, Gremien und Institutionen, wie zum Beispiel der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die Deutsche Umwelthilfe, bringen das Thema Tempolimit in regelmäßigen Abständen zur Debatte. Durchsetzen konnten sich die vorgeschlagenen Regelungen im Bundestag und Bundesrat jedoch bisher nicht. Jüngst hatte der DVR erneut ein Tempolimit von 130 km/h gefordert. Bereits seit zehn Jahren verfolgt der DVR die “Vision Zero”, d.h. null Verkehrstote in Deutschland. Während dieses Ziel des DVR mit viel Gegenwind kämpfen musste, steht es nun zumindest im Koalitionsvertrag. Der DVR argumentiert, dass eine deutschlandweit eingeführte Geschwindigkeitsbegrenzung nicht nur die kontinuierliche Senkung der Verkehrstoten zur Folge hätte, sondern ebenfalls zu weniger schweren Unfällen beitragen wird, aufgrund der kürzeren Anhalteweg.

Autobahnen gehören zu den sichersten Straßen in Deutschland

Wenn man einen Blick auf Unfallstatistiken aus Deutschland sowie anderen Ländern innerhalb der EU und weltweit schaut, stellt man fest, dass die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Autobahnen eher unterdurchschnittlich ausfallen: Zwar werden rund ein Drittel aller Kraftfahrzeuge in Deutschland auf der Autobahn gefahren, jedoch ist die Anzahl der Verkehrstoten mit 13 %, welches 1,7 Menschen pro 1 Milliarde Fahrzeugkilometern entspricht, unterdurchschnittlich. Vergleicht man die deutsche Statistik mit anderen Ländern mit Tempolimit auf deren Autobahnen, wie beispielsweise in Frankreich oder den USA, muss man feststellen, dass die Anzahl der Verkehrstoten nicht entsprechend niedriger sind. Somit kann man nicht damit argumentieren, dass in Ländern, welche Tempolimits haben, die Verkehrstotenrate niedriger liegt. Zudem kann ebenfalls verglichen werden, ob innerhalb Deutschlands mehr Unfälle auf Streckenabschnitten, welche eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 bis 130 km/h haben, passieren als auf jenen ohne jegliches Tempolimit. Dies lässt sich laut ADAC jedoch ebenfalls nicht bestätigen. Die höchste Unfallquote innerhalb Deutschlands ist nicht auf den Autobahnen zu finden, sondern auf den Landstrassen: Hier geschehen rund 60 % aller in Deutschland verzeichneten Unfälle. Im Vergleich: Während auf den Autobahnen wie zuvor genannt 1,7 Verkehrstote pro 1 Milliarde gefahrene Kilometer zu verzeichnen sind, sind es auf Landstraßen 6,3 Verkehrstote pro 1 Milliarde gefahrene Kilometer.

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Fazit

Aufgrund der Polarisierung des Themas ist es schwer, eine einvernehmliche Lösung zu finden.Um beide Lager zufriedenzustellen, wird von Seiten des ADAC vorgeschlagen, dass neue Geschwindigkeitsbegrenzungen nur an Stellen eingeführt werden, wo es zu vermehrten Unfällen kommt. Zudem könnte ein Tempolimit vermehrt situationsbedingt genutzt werden, welches je nach Wetter und Verkehrslage variiert und einen flüssigen Verkehrsablauf begünstigt sowie zu sicherem Fahren beiträgt. Bis sich jedoch ein solcher Kompromiss findet, welcher beide Parteien zufriedenstellt, heißt es weiterhin “Freie Fahrt für freie Bürger”.