Neuer Beschluss des EU-Parlaments: Ab 2019 werden Telefonate und SMS ins EU-Ausland günstiger

Falls Sie in der Vergangenheit innerhalb der EU im Urlaub waren und Ihre Familie in Deutschland kurz anrufen wollten, wurden viele durch die horrenden Roaming-Gebühren abgeschreckt. Nach einer Neuregelung und Abschaffung der Roaming-Gebühren in 2017, müssen sich Kunden hierüber bereits keine Gedanken mehr machen. Doch was wäre, wenn Sie in der Heimat bleiben und von dortaus Ihre Freunde oder Familie im EU-Ausland anrufen möchten? Das Europäische Parlament hat hierzu kürzlich einen weiteren Beschluss genehmigt. WechselJetzt.de informiert Sie im Nachfolgenden.

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Der neuste Beschluss des Europäische Parlament sieht vor, dass alle Telefonate und SMS innerhalb der EU günstiger werden. So sollen ab dem 15. Mai 2019 Telefonate zwischen EU-Staaten maximal 19 Cent pro Minute kosten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Gespräche via Handy oder Festnetztelefon geführt werden. SMS sollen laut Beschluss nur noch maximal mit 6 Cent zu Buche schlagen. Weitere Neuregelungen betreffen die Sicherheitsanforderungen für Smartphone-Nutzer, die verbesserte Aufklärung des Kunden in Hinsicht auf Geschäftsbedingungen, den Ausbau der EU-5G-Roadmap sowie ein umgekehrtes 112, welche nachfolgend erläutert werden.

Sicherheitsanforderungen

Neben einheitlichen und übersichtlichen Tarifen für Telefonate und SMS innerhalb der EU, möchte das Europäische Parlament ebenfalls dafür Sorgen, dass Kunden besser über Geschäftsbedingungen aufgeklärt werden sowie eine höhere Datensicherheit von deren Telekommunikationsunternehmen erhalten. Somit sollen die bereits bestehenden Sicherheitsanforderungen für Smartphone-Nutzer bis 2020 weiter verschärft werden und beispielsweise Inhalte von Diensten wie WhatsApp und Skype besser verschlüsselt werden.

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Geschäftsbedingungen

Betroffen von der Verbesserung der Geschäftsbedingungen wäre beispielsweise der Kunde, welcher eine Prepaid-Karte für sein Handy benutzt: Zukünftig muss dieser sich keine Gedanken mehr machen, was mit einem aktuellen Guthaben auf der Prepaid-Karte geschieht, sollte der Prepaid-Vertrag auslaufen. Laut Beschluss sollen Kunden entschädigt werden, sollte sich bei Auslauf deren Prepaid-Vertrag noch Guthaben auf deren Prepaid-Karte befinden.

5G-Netzwerk

Wem das derzeitige 4G-Netzwerk noch nicht schnell genug ist, dem soll ebenfalls ab 2020 Abhilfe verschaffen werden. So soll mindestens eine Großstadt pro EU-Land das schnellere 5G-Netz anbieten. Dies soll einen zukünftig flächendeckenden Ausbau vorantreiben, um allen EU-Bürgern eine weitläufig schnelle Internetversorgung anbieten zu können.

Notruffunktion - Warnungen per SMS

Eine weitere Änderung, die für mehr Sicherheit aller EU-Bürger sorgen soll: Der neue Beschluss sieht eine Notruffunktion vor, welche wie ein umgekehrtes 112 agieren soll. So soll dieses künftig bei großflächigen Notfällen oder Katastrophen, wie beispielsweise Naturkatastrophen oder Terroranschlägen, alle betroffenen Bürger frühzeitig via SMS oder App auf deren Handy warnen.

Im Überblick

  • Ab dem 15. Mai 2019 werden innerhalb der EU für Anrufe nur noch 19 Cent/Min und pro SMS 6 Cent fällig
  • Erhöhte Sicherheit für Dienst wie Skype oder WhatsApp auf Ihrem Smartphone5G-Netzwerke werden schrittweise ausgebaut und zur Verfügung gestellt
  • Verbesserte Aufklärung über Tarife und Geschäftsbedingungen seitens der Telekommunikationsunternehmen
  • Eine umgekehrte Notruffunktion soll EU-Bürger flächendeckend und umgehend via SMS warnen, sollte ein Notfall eintreten.

Die neuen vorläufig genehmigten Einigungen des EU-Parlaments sollen am 15. Mai 2019 in Kraft treten, sobald alle EU-Mitgliedsstaaten dem Beschluss formell zugestimmt haben. Sollte dies planmäßig erfolgen, gelten die günstigeren Telefon- und SMS-Tarife dann ab Mai 2019. Für alle anderen Änderungen werden die Länder mehr Zeit, bis hin zu zwei Jahren, zur Umsetzung erhalten.