Solarstrom – Der Trend zur Sonne

Solarstrom, also die aus aus Sonnenenergie gewonnene elektrische Energie, ist im Gegensatz zu anderen Energiequellen praktisch unerschöpflich. Sie gilt als eine der am weitesten verbreiteten Energiearten im Bereich der erneuerbaren Energien. Weltweit und auch in Deutschland nimmt Solarenergie einen immer wichtigeren Platz ein.

Solarstrom

Weltweite Beliebtheit

Allein im Jahr 2016 wurden weltweit Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 75.000 MW in Betrieb genommen. Die Größe des Solarstrommarktes hat sich binnen lediglich drei Jahren verdoppelt und steht damit an der Spitze aller Energietechnologien, was den Leistungsausbau angeht. Dabei befinden sich die am schnellsten wachsenden Märkte in China und den USA. Abgesehen von den großen Wachstumsmärkten hat Solarenergie auch in Kriegsgebieten, z.B. in Syrien, eine bedeutende Rolle. Durch den andauernden Bürgerkrieg wurden große Abschnitte des Stromnetzes zerstört. In Krankenhäusern müssen so häufig provisorisch Dieselgeneratoren eingesetzt werden. Das Projekt „Syrien Solar“ der Organisation UOSSM (Union des Organisations de Secours et Soins Médicaux) schafft da Abhilfe: Es wurden bereits 480 Solar-Photovoltaik-Panels auf Krankenhausdächern in Syrien installiert. Im Falle eines Ausfalls der Dieselgeneratoren kann das Solarsystem die Versorgung der Intensivstationen, Betriebsräume und Notdienste voll übernehmen. Tarek Makdissi, Projektdirektor der UOSSM-Solar-Initiative nennt Solarenergie eine „demokratisierende Kraft“, die Gemeinschaften auf positive Weise beeinflussen kann.

Deutschland: Sinkende Preise und Ausbau trotz Kritik an Deckelung

In der aktuellen bundesweiten Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur für größere Freiflächenanlagen in Deutschland wurden die Preise für Solarstrom deutlich gesenkt. Bei den mehrmals jährlich stattfindenden Ausschreibungsverfahren wird die Höhe der Zahlungsansprüche für Strom aus Solaranlagen auf Basis von Geboten bestimmt. Die Gebote mit den niedrigsten Werten erhalten einen Zuschlag, die sogenannte Einspeisevergütung, bis das ausgeschriebene Volumen erreicht ist. Bei der letzten Ausschreibungsrunde wurden 32 Projekte mit einer Gesamtleistung von 201 MW bezuschlagt. Bei der Ausschreibung im Februar lag der Durchschnittspreis noch bei 6,58 Cent pro KwH, nun ist er auf 5,66 Cent pro KwH gesunken. Neben der geringeren Preise lässt sich ein Anzug im Ausbau von Solaranlagen beobachten – im Mai machte die Solarenergie einen Anteil von 12,4 % der deutschen Stromversorgung aus und lag damit nur knapp hinter Wind- und Kernenergie. Trotzdem fordert Carsten Körning, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, weiterhin eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Solarenergie seitens der Politik. Ihm zufolge ist ein deutlich schnellerer und umfangreicher Ausbau notwendig, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Es bestehe kein Grund mehr, die Förderung für den Ausbau der Photovoltaikenergie weiter zu deckeln. Er hofft außerdem auf das Fortbestehen des Einspeisevorrangs für erneuerbare Energien. Neben der besonderen Förderung der Solarenergie könnte ebenfalls ein Co2-Mindestpreis, der auch den Preis für die negativen Umweltfolgen der Emissionen beinhaltet, die Popularität der Solarenergie im Vergleich mit herkömmlichen Energieformen weiter erhöhen.

So können Sie Solarenergie beziehen

Körning betont weiter, dass momentan der ideale Zeitpunkt für den Einstieg in die eigene Heimsolarversorgung ist. Schließlich sei das Preis-Leistungsverhältnis mit dem neuer konventioneller Kraftwerke vergleichbar. Generell wird für ein Ein-/Mehrfamilienhaus mit zwischen 1 und 10 kWp gerechnet. Dabei steht kWp für „Kilowatt peak“ und beschreibt die Leistung einer Photovoltaikanlage. Pro kwP kann von Kosten von gut 1500 Euro ausgegangen werden. Um auch die Einspeisevergütung zu erhalten, muss beim Betreiber des örtlichen Stromnetzes ein Antrag auf Netzanschluss gestellt werden.

Der Solarstrom boomt – und das aus gutem Grund: Er kann Kosten einsparen, das Klima schützen, und zusätzlich Verbraucher unabhängiger vom Stromnetz machen. Der Trend zur Sonne lässt sich nicht nur in Deutschland, sonder weltweit beobachten.