Photovoltaikanlagen sind hoch im Trend. Doch wieso werden sie immerzu mit dieser neuen Einheit kWp angegeben? Und ist kWp das gleiche wie kWh? Bevor Sie sich eine Photovoltaikanlage anlegen, lohnt es sich, sich einmal umfassend über kWp informieren. Hier finden Sie den Weg zum Verständnis Ihrer Photovoltaikanlage.
Warum gibt es Maßeinheiten?
Strom bzw. elektrische Energie wird in Kilowattstunden gemessen. Die Abkürzung hierfür ist kWh. Es wird in dieser Maßeinheit also zusammengefasst, wieviel Kilowatt Strom pro Stunde benötigt wird. Wir brauchen diese Einheit, um zu wissen, wie viel Elektrizität wir in einem Einfamilienhaus oder einem Mehrfamilienhaus nutzen. Eine Kilowattstunde Strom kann zum Beispiel für einen Waschmaschinendurchgang genutzt werden oder für sieben Stunden Fernsehen. Auch kann mit einer Kilowattstunde ein Kuchen gebacken werden oder ein Zimmer 50 Stunden lang beleuchtet werden, sofern eine Energiesparlampe genutzt wird.
kWp ist eine andere Maßeinheit. Sie wurde geschaffen, um den Ertrag einer Photovoltaikanlage zu messen. Eine PV Anlage wird grundsätzlich mit einer angegeben kWp Leistung verkauft. Doch Achtung: kWp steht für Kilowatt Peak und beschreibt somit die Höchstleistung einer Anlage. Wenn meine Anlage also für eine bestimmte Leistung in kWp ausgelegt ist, bedeutet dies nicht unbedingt, dass diese auch erreicht werden muss. Der Kilowatt Peak beschreibt also allein die potenzielle Höchstleistung der Photovoltaikanlagen. Peak kommt aus dem Englischen und bedeutet Spitze. So können Sie sich merken, dass der angegebene Jahresertrag eine Spitzenleistung ist, welche selten erzielt wird.
Wie wird der Kilowatt Peak ermittelt?
Der kWp Wert einer Anlage wird durch verschiedene Testverfahren entwickelt. Hierbei gibt es die Standard Test Conditions (Standard Testbedingungen) für den kWp Wert. Diese besagen, dass die Einstrahlung 1.000 Watt pro Quadratmeter betragen muss. Auch muss die Luftmasse 1,5 betragen. Luftmasse bedeutet auf Englisch Air Mass und wird daher AM abgekürzt. Die Solarzellen müssen bei einem solchen Test eine Temperatur von 25 Grad Celsius haben. Die kWp Zahl finden Sie in der Produktbeschreibung unter STC.

Ein weiterer Test ist der NOCT. Da der STC als realitätsfern kritisiert wurde, wurde auch der NOCT entwickelt. Diese Abkürzung steht für Normal Operating Cell Temperature (Normale Modultemperatur). So sollen die Testergebnisse realistischer werden. Bei realer Sonneneinstrahlung werden Module nämlich deutlich heißer und arbeiten so langsamer. Außerdem entspricht die Strahlungsstärke meist eher 800 Watt pro Quadratmeter.

kWh und kWp - nicht das Gleiche
Kilowattstunde und Kilowatt Peak sind also nicht das Gleiche. Wenn Sie einen Verbrauch von 4.500 kWh haben, sollten Sie sich eine Photovoltaikanlage zulegen, die eine Leistung von 5 kWp hat, denn 4,5 kWp würden nicht ausreichen. Die folgende Tabelle gibt dazu einen Überblick:
Jahresstromerzeugung (kann abweichen) |
Jahresleistung in kWp |
Nötige Dachfläche (circa) |
4.750 kWh |
5 |
27m² |
5.700 kWh |
6 |
32m² |
6.650 kWh |
7 |
37m² |
7.600 kWh |
8 |
43m² |
8.850 kWh |
9 |
48m² |
9.500 kWh |
10 |
53m² |
10.450 kWh |
11 |
58m² |
Die Leistung einer Photovoltaikanlage entspricht nicht immer dem tatsächlichen Ertrag. Bedenken Sie dies stets, wenn Sie in eine Anlage investieren. Pro kWp werden circa 1.000 Kilowatt Strom erzeugt - oder sollten es zumindest. Faktoren wie die Umgebungstemperatur, Schatten und Licht, Wetter Bedingungen und ähnliches beeinflussen, ob die Anlage Ihren Peak (kWp) erreicht.
Ist kWp dann überhaupt aussagekräftig?
Ja! Denn es ist wichtig, die Leistung und damit den potenziellen Ertrag Ihrer Photovoltaik Anlagen einschätzen zu können. Das Maß Kilowatt Peak mag nicht der Realität entsprechen, doch es bietet Ihnen die Möglichkeit, einzuschätzen, ob Sie eine PV Anlage nutzen können. Denn grundsätzlich sehen Sie in der obigen Tabelle, Ihre PV Anlage sollte immer ein wenig mehr Kilowatt erzeugen können, als Sie in kWh jährlich verbrauchen. Dadurch erhöhen Sie die Chance, dass Sie mit Ihrer Solaranlage Ihren Jahresstromverbrauch eigenständig decken können, sofern Sie einen Batteriespeicher verwenden.
Fazit
kWp ist also die Nennleistung, nicht aber die tatsächliche Leistung Ihrer Photovoltaikanlage. Der Kilowatt Peak wird selten erreicht und die Leistung einer PV Anlage schwankt. Der tatsächliche Ertrag Ihrer PV Anlage wird in kWh gemessen. 70% Ihrer Nennleistung dürfen ins öffentliche Netz eingespeist werden. Lassen Sie im Zweifelsfall durch einen Fachbetrieb eine Ertragsprognose erstellen, um zu wissen, wie viel kWh Ihr Photovoltaik Modul erzeugen könnte.
Tipp: Stimmen Sie Ihren Stromspeicher auf die Leistung der Photovoltaikanlagen ab. So können 100% Ihres Ertrags gespeichert werden.