5G-Netzwerkausbau: Huawei ist weiterhin unter Druck

Bereits in der Vergangenheit konnten Sie über den Machtkampf um das 5G-Netzwerk lesen: Das chinesische IT-Unternehmen Huawei sollte u.a. sowohl in Europa, den Vereinigten Staaten von Amerika als auch in Australien aus Sicherheitsbedenken von dem 5G-Netzwerkausbau ausgeschlossen werden. Zu groß sind die Bedenken der Regierungen, dass durch die Verwendung chinesischer Technologien ernstzunehmende Sicherheitslücken im 5G-Netzwerk entstehen werden. Die weltweiten Unstimmigkeiten mit Huawei konnten bis dato noch nicht bereinigt werden. Lesen Sie nachfolgend alles rund um die aktuellen Entwicklungen bezüglich Huawei. 

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Huawei ist weiterhin unter Druck

Innerhalb Chinas genießt das IT-Unternehmen Huawei weiterhin große Popularität. Auch wirtschaftlich gesehen konnte das Unternehmen dieses Jahr trotz anhaltender Pandemie weiterhin beeindruckende Erfolge erzielen: So hat Huawei am Anfang des Jahres 2020 Samsung als weltweit größten Smartphone-Hersteller abgelöst. Zudem sollen die Einnahmen Huaweis im Frühjahr 2020, im Vergleich zum Vorjahr, um rund 13 % angestiegen sein. Trotz all dieser wirtschaftlichen Erfolge, so richtig vertrauen wollen viele Regierungen weltweit dem chinesischen IT-Giganten nicht. Auch das kontinuierliche Beteuern der Unabhängigkeit Seitens Huaweis kann die weltweiten, demokratischen Regierungen nicht anderweitig überzeugen. Zu groß sind die Sorgen, dass die diktatorische Regierung Chinas einen Einfluss auf das zukünftige 5G-Netzwerk haben wird, sollte sich Huawei am Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur beteiligen.Da diese Sorge Ernst zu nehmen ist, wurde Huawei auf internationaler Ebene bereits nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika vom 5G-Netzwerkausbau ausgeschlossen, sondern ebenfalls in Taiwan, Japan, Australien und Neuseeland. Auf europäischer Ebene hatten sich mittlerweile Belgien, Frankreich, Großbritannien und Schweden gegen eine Beteiligung Seitens Huaweis am 5G-Netzwerkausbaus ausgesprochen. 

China droht Schweden mit Vergeltung

Die schwedische Regierung hatte erst kürzlich im Oktober darüber entschieden, dass Huawei, aufgrund von Sicherheitsbedenken, nicht am dortigen 5G-Netzwerkausbau beteiligt werden soll. Diese Entscheidung wurde von der schwedischen Regierung basierend auf den Einschätzungen von schwedischen Sicherheitsbehörden und des Militärs getroffen. Schweden nannte als Grund für ihre Entscheidung, dass die chinesische Volksrepublik “eine der größten Bedrohungen für Schweden” sei. China forderte darauf hin, dass die schwedische Regierung ihre Entscheidung rückgängig mache. Solle die schwedische Regierung dieser Forderung nicht nachkommen, würde dies wirtschaftliche Konsequenzen für Schweden haben, drohte die chinesische Regierung. Die in Stockholm getroffene Entscheidung der schwedischen Regierung umfasst jedoch nicht nur den Ausschluss von Huawei, sondern ebenfalls von ZTE, ein weiteres chinesisches IT-Unternehmen. Um an der anstehenden Auktion der 5G-Frequenzen in Schweden teilnehmen zu können, müssen alle teilnehmenden Unternehmen einwilligen, bis zum 1. Januar 2025 jegliche Technologien, welche von ZTE oder Huawei hergestellt wurden, von verwendeten zentralen Funktionen zu entfernen. 

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Sind die Sorgen der Regierungen berechtigt?

Seitens Huaweis werden die Vorwürfe zurückgewiesen, dass durch die Beteiligung Huaweis am 5G-Netzwerkausbau Sicherheitslücken entstehen könnten. Huawei beteuert immer wieder, dass das IT-Unternehmen unabhängig von der chinesischen Regierung arbeiten würde. Doch viele Experten sehen dieses Versprechen als unzureichend an. Die chinesische Regierung habe selbst in wirtschaftlichen Angelegenheiten immer das letzte Wort, auch wenn dies private, unabhängige Unternehmen betreffen würde. Der Einfluss und Druck Seitens der chinesischen Regierung auf Huawei könnte zu groß werden, als dass sich das IT-Unternehmen ausreichend widersetzen könne. Inwieweit die chinesische Regierung jedoch Einfluss auf das Unternehmen ausüben könne, hierzu wollten sich die Experten nicht äußern. Doch in den Augen vieler Politiker, politischer Analysten und westlicher Geheimdienste ist Huawei, als auch andere chinesische IT-Unternehmen, ein ernstzunehmendes Risiko. Zu groß ist die Angst, dass China die von Huawei verwendete Technologien und Kommunikationsstruktur im Interesse der eigenen Regierung, wie zum Beispiel für Spionage, missbraucht.

Huawei beteuert die Unabhängigkeit des Unternehmens

Huawei nimmt die Vorwürfe jedoch nicht stumm hin. Das IT-Unternehmen verteidigt sich nicht nur durch das Beteuern der Unabhängigkeit, sondern wirft den weltweiten Regierungen vor, dass diese politisch-ideologisch motiviert wären. Der amtierende Geschäftsführer von Huawei, Guo Ping, wirft zudem vor, dass das steigende internationale Misstrauen gegenüber Huaweis von der US-Regierung geschürt werde. So solle die Beteiligung Huaweis auf einer rein technischen, anstelle einer politischen, Basis getroffen werden, kontert das chinesische IT-Unternehmen in einem Pressegespräch, welches Ende September in Shanghai stattfand. Huawei fordert, dass Standards festgelegt werden, welche definieren, welche 5G-Komponente als sicher und sauber eingestuft werden können, ohne dass dies von Politikern oder Regierungen beeinflusst werden kann. 

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Die chinesische Regierung lenkt ein

Die chinesische Regierung unterstützt Huawei auf dem internationalen Schlachtfeld: Der chinesische Staats- und Parteichef, Xi Jinping, hatte Ende Oktober verlauten lassen, dass China eine technologische Unabhängigkeit verordne. Dies sei Teil des 14. Frühjahresplans von China, welcher ab 2021 wirksam sein soll. Mit der Verordnung zur technologischen Unabhängigkeit soll das internationale Vertrauen in chinesische IT-Unternehmen gestärkt werden. Der Einwand der chinesischen Regierung ist von der weltweiten Haltung gegenüber Huaweis entstanden, welche zu Sanktionen zwischen den Wirtschaftsriesen USA und China führte. Huawei musste nun einräumen, dass dem Unternehmen die Chips ausgehen könnten, welche zur Herstellung derer Produkte nötig sind. Zwar ist China hinsichtlich des technischen Know-Hows und der Massenherstellung ein Spitzenreiter, dennoch ist das Land von im Ausland hergestellten Chips abhängig. Trotz der ursprünglich versöhnlichen Worte von Xi Jinping, China möchte das Problem zukünftig lösen, indem die notwendigen Industrien zur Chipherstellung innerhalb Chinas gestärkt und gefördert werden.

Fazit

Auf internationaler Ebene wurde Huawei bereits in vielen Ländern von der Beteiligung des 5G-Netzwerkausbaus ausgeschlossen, wie u.a. in den USA, Australien, Neuseeland, Japan, Taiwan, Frankreich, Belgien, Großbritannien und Schweden. Zu groß ist die Sorge vieler Nationen, dass die von Huawei verwendete Technologie zu Gunsten der chinesischen Regierung eingesetzt werden könnte. Ob Huawei in Deutschland letztendlich am 5G-Ausbau beteiligt wird bzw. in welchem Rahmen dies stattfinden könnte, darüber werden die Parteien und der Bundestag weiterhin diskutieren.