Europas Gas und Strom - Die Energiekrise

Der Gaspreis in Deutschland ist einer der höchsten der Welt und der zehnt höchste in Europa. Europaweit zahlen Schweden, die Niederlande und Dänemark am meisten für ihr Gas. Das mag an kalten Wintern und an einer hohen Priorität des Umweltschutzes liegen. Beim Strompreis ist Deutschland in Europa Spitzenreiter. Dies liegt an dem hohen Steuersatz, der auf Strom erhoben wird. Doch obwohl die staatliche EEG Umlage gedeckelt wurde, wird der Preis auch in Zukunft hoch bleiben und vielleicht sogar ansteigen. Ob das für uns eine Energiekrise ankündigt, lesen Sie hier.

Windrad

Europaweite Energiekrise?

Deutschland bezieht Gas zum größten Teil aus Russland und Dänemark (41%). 31% des Gases kommt aus Norwegen und 22% aus den Niederlanden. Nur 6% des Gases, welches in Deutschland verbraucht wird, kommt auch aus Deutschland. Durch diese europaweite Vernetzung ist ganz Europa von der Energiekrise betroffen.

In Deutschland lag der durchschnittliche Gaspreis im Jahre 2021 bei 0,062 Euro pro Kilowattstunde. Das ist beinahe halb so viel wie in Schweden, wo eine Kilowattstunde 0,103 Euro kostet. Dicht darauf folgen die Niederlande mit einem Preis von 0.101 Euro pro Kilowattstunde. In Lettland zahlen die Menschen mit einem durchschnittlichen Preis von 0,028 Euro pro Kilowattstunde am wenigsten in Europa. 

Beim Strom sieht es ein wenig anders aus: Deutschland hat den höchsten Strompreis Europas mit 31,89 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Preis steigt zwar die letzten Jahre immer weiter an, doch seit 2020 ist er nur um 0,08 Cent gestiegen. Am niedrigsten ist der Strompreis dagegen in Bulgarien. Ein einziges europäisches Land erhebt mehr Steuern auf Strom als Deutschland: Dänemark.

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Der Gaspreis in Deutschland besteht aus staatlichen Abgaben, Netzentgelten und dem Wettbewerbsanteil. Der staatliche Anteil beinhaltet die Gassteuer (CO2 Steuer), die Umsatzsteuer sowie die Konzessionsabgaben. Erstere existiert zur Förderung der Klimapolitik, während die Umsatzsteuer genauso wie bei allen anderen Waren in Deutschland erhoben wird. Die Konzessionsabgaben gehen an die kommunalen Behörden. Die Netzentgelte werden an den Netzbetreiber gezahlt und die Kosten für die Erzeugung, den Einkauf, Transport und Vertrieb des Gases gehen an den Gasversorger. Letzteres macht etwa 48% des Gaspreises aus.

Flamme

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Auch beim Strompreis gibt es Abgaben an den Staat, Netzentgelte und Zahlungen an den Stromanbieter selbst. Beim Strom sind die Abgaben an den Staat jedoch deutlich höher. Circa 51% des Strompreises bestehen aus der Stromsteuer, der EEG Umlage, Umsatzsteuer und Konzessionsabgaben. 25% gehen an das Stromnetzwerk und 24% an den Stromanbieter. 

Energiekrise in der EU?

In beinahe allen Bundesländern stieg der Gaspreis in 2021. Ausnahmen waren Bayern, Hamburg, das Saarland und Sachsen-Anhalt. In Europa steigt der Gaspreis ebenfalls. Und im Vergleich sind die deutschen Preise sehr günstig. Doch in vielen Ländern gibt es bereits die so genannte Energie Armut: In Bulgarien sagen 30,1% der Bevölkerung, dass sie es sich nicht leisten können, ihre Wohnung warm genug zu halten. In Italien sind es 11,1% und in Portugal 18,9%. Falls Europas Regierungen keine Lösungen finden, kann es zu einer ernsten Energiekrise kommen. 

Warum steigt der Gaspreis?

Die Gasspeicher Europas jedoch sind nicht voll und werden auch nicht schnell nachgefüllt werden. Im April und Mai 2021 war es noch so kalt, dass deutlich mehr geheizt wurde als normalerweise. Durch eine wachsende Konjunktur in Asien entsteht gleichzeitig eine größere Nachfrage nach Erdgas bei weniger Angebot. Zusätzlich gab es coronabedingte Förderausfälle bei der Gasproduktion. Aber auch der Klimaschutz lässt den Gaspreis ansteigen: Die CO2 Steuer wird weiter steigen, von 25 Euro pro Tonne auf 55 Euro pro Tonne. Im Jahre 2025 soll diese Höhe erreicht sein. Momentan macht die Gassteuer 0,45 Euro des Gaspreises aus. In vier Jahren liegt dieser schon bei einem Euro. Auch die Gebühren an die Gasnetzanbieter steigen. Daher entstehen höhere Netzentgelte. Ebenfalls führen Brände auf norwegischen und russischen Gasfeldern zu einem Anstieg des Preises. 

Warum steigt der Strompreis?

Die EEG Umlage wurde von der Regierung im Jahr 2021 auf 6,5 Cent und im Jahr 2022 auf 6 Cent gedeckelt. Daher kann diese nicht für einen weiteren Strompreisanstieg sorgen. Doch aufgrund des überraschend ruhigen Windes in Europa wird zurzeit wenig Strom durch Windenergie produziert. Deshalb wird mehr Braunkohlestrom genutzt, der wiederum einen höheren CO2 Anteil hat und daher teurer ist. 

Leitung

Die Energiekrise 

Die Strom- und Gaspreise in Deutschland und Europa steigen immer mehr. Um gleichzeitig die Umwelt und die Bevölkerung zu schützen, muss die Regierung handeln. CDU, SPD, FDP und AfD haben bereits angekündigt, die EEG Umlage abschaffen zu wollen. Doch dabei bleibt der Umweltschutz unbeachtet, denn die EEG Umlage existiert schließlich für die Förderung erneuerbarer Energien. Das Geld, welches mit ihr eingenommen wird, fließt in grüne Energien. Deshalb wollen Grüne und Linke die EEG Umlage zunächst senken und nach und nach abschaffen. Wie das Problem der Energiekrise nachhaltig gelöst werden kann, wird wohl der zukünftigen deutschen Bundesregierung sowie anderen Politiker:innen in Europa überlassen bleiben.

Fazit

Insgesamt ist zu bezweifeln, dass in Deutschland tatsächlich Menschen kein Gas und keinen Strom mehr beziehen können. Doch fest steht, dass eine nachhaltige Lösung gefunden werden muss, um zu verhindern, dass die Preise stetig weiter steigen und eine ernste Energiekrise entsteht. Auch wenn in den nächsten Jahren noch genug Strom und Gas vorhanden sein wird, sollten Politiker:innen nicht vergessen, dass auch die nächste Generation noch Gas und Elektrizität brauchen wird. 

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