Industrie 1.0 bis 4.0 - Von der Dampfmaschine zum Robotor

Die Industrie erlebt einen stetigen Wandel, wobei gegenwärtig zwischen vier Phasen der industriellen Revolution unterschieden wird: Von Industrie 1.0 über 2.0 und 3.0 zu Industrie 4.0. Während historisch gesehen bereits drei Revolutionen hinter uns liegen, befinden wir uns derzeit mitten in der vierten Phase. Aber was bedeutet das genau? WechselJetzt.de begibt sich mit Ihnen auf eine kleine Zeitreise durch die industriellen Zeitalter.

Industrielle Revolution

Als industrielle Revolution werden tiefgreifende Veränderungen im technologischen Fortschritt bezeichnet, die Auswirkungen auf einzelne Menschen und ganze Gesellschaftsgruppen haben. Nach der Mechanisierung um 1800 (Industrie 1.0), der Massenproduktion durch Elektrizität um 1900 (Industrie 2.0) und der Automatisierung durch Computertechnologien in den 1970er Jahren (Industrie 3.0) befinden wir uns derzeit im digitalen Zeitalter (Industrie 4.0).

Dampfmaschine

Industrie 1.0 - Die Geburt der Dampfmaschine

Unter der ersten industriellen Revolution, also Industrie 1.0, versteht man den Beginn des Industriezeitalters um 1800, welches mit der ersten Massenproduktion von Maschinen startete. Produktionsanlagen wurden zu dieser Zeit nach und nach errichtet, wobei die Maschinen vorwiegend durch Wasser- und Dampfkraft angetrieben wurden. Die Dampfmaschine stellte den ersten Motor dar, welche vermehrt in Fabriken eingeführt wurde und die Industrialisierung maßgebend vorangetrieben hat. Die erste Phase der industriellen Entwicklung schaffte vor allem in Nordamerika und Europa viele neue Arbeitsplätze, wie beispielsweise in Textilfabriken, bei der Eisenbahn, sowie im Kohleabbau.

Industrie 2.0 - Elektrizität als Startschuss für die neue Revolution

Mit dem Beginn der Elektrizität am Ende des 19. Jahrhunderts entstand die zweite industrielle Revolution (Industrie 2.0). Besonders einschlägig war das im Jahr 1913 durch Henry Ford eingeführte Fließband in der Automobilbranche: Da jeder Mitarbeiter nur noch eine Arbeitseinheit erledigte, wurde die Produktion sehr viel schneller. Mit Hilfe der Luftfahrt ging auch die Globalisierung in zügigen Schritten voran, da Rohstoffe, Lebensmittel und Kleidung über weite Ländergrenzen hinweg transportiert werden konnten.

Industrie 3.0 - Computer als Zeichen der Automatisierung

Die dritte industrielle Revolution (Industrie 3.0) begann in den 1970er Jahren und war von IT (Informationstechnik) und Automatisierung geprägt. Während einige Großfirmen bereits in den 1940er Jahren vereinzelt Computer einsetzten, wurde dieser im Personal- und Privatbereich nun zunehmend beliebter. Im Gegensatz zur vorherigen Reihenfertigung in den Fabriken wurde menschliche Arbeit vermehrt von Maschinen übernommen.

Heute: Industrie 4.0 - Digitale Revolution

Unsere Kommunikation ändert sich stetig, die letzten Jahre sind von einem starken digitalen Wandel geprägt. Während den meisten Menschen die direkte, mündliche Kommunikation nach wie vor wichtig ist, verläuft der Informationsaustausch nichtsdestotrotz zunehmend digital. Derzeit befinden wir uns also in einer spannenden Phase, die durch den technologischen Umbruch geprägt ist und damit eine neue Epoche einleitet. Die Bundesregierung kam folgedessen auf die Idee die vierte Revolution der industriellen Entwicklung als Industrie 4.0 zu bezeichnen.

Dampfmaschine

Smart Factory, Augmented Reality und Internet der Dinge - Begriffe aus der Industrie 4.0

Nicht nur die Kommunikation untereinander wird durch soziale Netzwerke und das Internet gestärkt, auch die technische Vernetzung physischer Gegenstände mit Kommunikations- und Informationstechniken schreitet voran (sogenannte “Internet der Dinge”). Ein Beispiel wäre die Verknüpfung von Haushaltsgeräten mit dem Smartphone, welche man von unterwegs aus steuern kann, oder “Smart Parking”, bei welchem man in der Stadt online nach Parkplätzen suchen, und diese auch mit dem Smartphone reservieren und bezahlen kann. Zudem können aufgrund der heutigen Informationstechnologie mehrere Unternehmen oder Standorte miteinander verschmelzt werden, man spricht dabei von einer “Smart Factory”. Obwohl der Mensch zentraler Bestandteil der Produktion bleiben soll, kann er sich von IT-basierten Systemen unterstützen lassen. Das kann beispielsweise eine Datenbrille sein, welche die reale Welt virtuell erweitert. Man spricht hierbei von einer so genannten “Augmented Reality” (zu Deutsch “erweiterte Realitätswahrnehmung”).  

Was bedeutet Industrie 4.0 für uns?

Wir sind weltweit vernetzt, Maschinen werden vermehrt eingesetzt und die Technologie schreitet in einem rasenden Tempo voran. In der Automobilindustrie von heute ist gut 1/10 der Mitarbeiter ein Blechkamerad. Bis 2020 werden etwa drei Millionen Roboter in der Industrie zum Einsatz kommen. Viele Deutsche befürchten durch die zunehmende Automatisierung den Verlust ihres Arbeitsplatzes - doch eine Studie des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit lässt aufatmen. Obwohl durch die neuen Entwicklungen bis 2025 etwa 490.000 traditionelle Tätigkeiten wegfallen, entstehen durch eben diese Automatisierung neue Jobs. Im Idealfall werden Mitarbeiter nämlich von Routinetätigkeiten entlastet, wobei durch den Zuwachs an Produktivität bis 2025 etwa 430.000 neue, interessante(re) Jobs entstehen sollen, so die IAB-Forscher.