Stromabschaltung - Wenn den Ärmsten das Licht ausgeht

Aufgrund von nicht bezahlten Rechnungen wurden in Deutschland im vergangenen Jahr knapp 330.000 Haushalten der Strom abgestellt. Wie es so weit kommen kann und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Und plötzlich ging das Licht aus..

Rund 330.000 Familien wurde im letzten Jahr der Strom abgeschaltet und mehr als 6 Millionen Haushalten wurde mit einer Abschaltung angedroht. Die Zahl der Stromabschaltungen durch die örtlichen Grundversorger ist damit im Vergleich zum Vorjahr nur leicht zurückgegangen. Wenn Rechnungen nicht bezahlt werden, folgen Mahnungen. Stromsperrungen sind als letztes Mittel der Versorger bei Zahlungsrückständen von mindestens 100 Euro, mehreren Mahnungen und einer Sperrandrohung mit letzter Zahlungsfrist möglich. Vor allem im viel besiedelten Bundesland Nordrhein-Westfalen ist das ein Problem.Streichholz

Strompreisanstieg und niedrige Hartz IV Sätze als Ursache

Seit 2006 ist die Armutsquote in NRW um 21,5% gestiegen. Mit der Armut kommt folglich auch die Energiearmut. Besonders betroffen sind Menschen im Ruhrgebiet, die unter der Armutsgrenze leben. Obwohl man meinen müsste, dass es in einem Sozialstaat wie Deutschland dank Arbeitslosengeld und gutem Lebensstandard nicht so weit kommen sollte, gibt es immer noch Fälle, bei denen Menschen nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, ihre Rechnungen zu bezahlen. Die Gründe für das Nicht-Bezahlen sind vielfältig: Trennung, Krankheit oder schlicht finanzielle Überforderung führen zu Geldnot.Aber auch die Stromkosten sind in den letzten Jahren deutlich angestiegen; die Hartz IV Sätze aber nicht gleichermaßen. Aktuell kostet den Privatverbraucher eine Kilowattstunde Strom 29 Cent – doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Der Stromanteil der Hartz IV Sätze deckt den Strombedarf der Haushalte nicht annähernd. Vor allem alleinerziehende Mütter und junge Familien leiden unter de  Folgen. Ein weiteres Problem ist, dass ausgerechnet arme Menschen teure Grundversorgerverträge haben und aufgrund von schlechter Bonität nicht zu günstigeren Anbietern wechseln können. Des Weiteren haben diese Menschen meistens alte Geräte, die nicht stromsparend sind und auch keine finanziellen Mittel um in neuere Geräte zu investieren.

Stromabschaltung bringt erhöhte Kosten mit sich

Neben den deutlichen Einbußungen im Lebensstandard bringen Stromabschaltungen auch höhere Kosten mit sich. Kunden müssen bei einer Abschaltung nicht nur die nicht-bezahlten Rechnungen zahlen, sondern auch Kosten für die Sperrung und den späteren Wiederanschluss, welches den Verbraucher bis zu 200 Euro kosten kann.Glühbrine

Vorsorge ist bekanntlich die beste Sorge

Neben einer fristgerechten Zahlung der Stromrechnung ist es sicherlich auch empfehlenswert regelmäßig den Stromanbieter zu wechseln. Gerade Neukunden erhalten günstigere Tarife und Prämien, die nicht nur den monatlichen Preis senken können, sondern auch zusätzliche Vorteile bieten. Auch trotz schlechter Bonität und Schufa-Einträgen gibt es die Möglichkeit, einen Stromwechsel zu beantragen. Natürlich kann dies nicht immer garantiert werden, aber es ist sicherlich den Versuch wert zum günstigeren Anbieter zu wechseln.Wenn aber doch einmal Mahnung ankommen sollte man in jedem Fall schnell reagieren. Bei Bedarf lässt sich ein kurzfristiger Kredit abschließen, um den Rückstand abzuzahlen. Danach sollte man sicherlich über einen Anbieterwechsel nachdenken, um günstigere Tarife zu sichern.

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