Bausparen und Fördermittel nicht nur für Neubauten: Wohneigentum modernisieren

Häuser sind wie Freundschaften: Sie wollen gepflegt werden, wenn sie halten sollen. Damit nicht aus finanziellen Gründen ein Sanierungs- und Renovierungsstau entsteht, ist das Ansparen einer Rücklage sinnvoll. Ein Bausparvertrag bietet sich hier als geeignetes Instrument an. Fördermittel erleichtern die Durchführung vieler Maßnahmen. Und wenn zum richtigen Zeitpunkt doch nicht alle Mittel beisammen sind, ist eine Kreditfinanzierung im Immobilienbereich in der Regel kein Problem, da ausreichende Sicherheiten vorhanden sind.

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So funktioniert Bausparen

Ein Bausparvertrag enthält zugleich Elemente eines Sparplans und eines Immobilienkredits. Die beiden Bestandteile sind sinnvoll kombiniert: Bei Vertragsbeginn wird eine bestimmte Bausparsumme festgelegt. Für eine Modernisierung Ihres Eigenheims sollte dieser Betrag den voraussichtlichen Baukosten entsprechen. Auf diese Summe wird gespart, das Guthaben wird verzinst. Sparziel ist aber nicht die volle Bausparsumme, sondern nur ein Anteil, der sich üblicherweise zwischen 30 % und 50 % bewegt. Danach ist der Bausparvertrag zuteilungsreif, wie die Fachleute sagen. Die Bausparkassen betrachten bei der Zuteilungsreife nicht nur den einzelnen Bausparer, sondern das gesamte Kollektiv. Ähnlich wie bei einer Versicherung muss die Sparleistung insgesamt ausreichen, um die noch fehlenden Teile der Bausparsummen als Kredite zu gewähren. Einen Bausparvertrag in Zeiten niedriger Zinsen abzuschließen, ist sinnvoll, denn der Zinssatz für den späteren Kredit wird bereits bei Vertragsbeginn festgelegt, informiert das Portal Kredit-aufnehmen.net. Man kann den Bausparvertrag also neben seiner Funktion als Sparvorgang und Immobilienkredit auch als Versicherung gegen einen Zinsanstieg verstehen.

Die KfW verwaltet Geld aus dem Marshallplan

Das Kürzel KfW stand ursprünglich für die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Nach Ende des zweiten Weltkriegs waren verheerende Kriegsschäden in ganz Europa zu beseitigen. Das Geld dafür kam aus dem European Recovery Program der USA, aus dem Geschichtsunterricht besser bekannt als Marshallplan. Bis heute verwaltet die KfW Bankengruppe ein Vermögen von 12 Milliarden Euro aus diesem Programm. Die Mittel werden zweckgebunden als direkte Förderung oder verbilligte Darlehen zur Verfügung gestellt. Besonders bekannt sind geförderte Maßnahmen zur Energieeffizienz. Zu nennen sind hier Dämmung, Austausch der Heizung, Photovoltaik und Solarthermie. Das ist aber längst nicht alles. Auch Erhöhung des Wohnkomforts im Alter ist ein wichtiges Thema der KfW. Hier geht es um barrierefreie Zugänge, eine besser angepasste Raumaufteilung oder ein Bad, das trotz körperlicher Einschränkungen nutzbar bleiben soll. Und nicht zuletzt werden Maßnahmen des Einbruchsschutzes gefördert, insbesondere die mechanische Sicherung von Türen und Fenstern, aber auch Beleuchtungslösungen, Türen mit Weitwinkel-Linsen, Video- und Gegensprechanlagen.

Grundschuld weiter nutzen

Besteht über das Bauspardarlehen und die KfW-Förderung hinaus weiterer Finanzierungsbedarf, kann möglicherweise eine bereits ins Grundbuch eingetragene Grundschuld als Sicherheit verwendet werden. Im Gegensatz zur Hypothek ist die Grundschuld nämlich nicht an einen bestimmten Kredit gebunden. Der Vorteil: Es fallen keine Notarkosten an, und wegen der hohen Sicherheit für den Gläubiger sind die Zinsen niedrig. Allerdings müssen Sie den Kredit dann auch bei derselben Bank aufnehmen, zu deren Gunsten die Grundschuld eingetragen ist. Bei kleineren Darlehenssummen reicht auch ein einfacher Ratenkredit, der bei Angabe des Verwendungszwecks Modernisierung ebenfalls günstig zu bekommen ist. Vergleichsportale im Internet helfen bei der Suche.