Gaspreise explodieren

Es ist soweit. Wir stecken mitten in der Energiekrise. Gaspreise und Strompreise sind höher als je zuvor. Dies liegt vor Allem daran, dass Gas ein begrenzter Rohstoff ist. Europas Gasspeicher sind so leer wie nie zuvor. Gründe dafür, was Sie dagegen tun können und wie es auf mit Ihren Gaspreisen weitergeht, finden Sie hier.

Erdgas

Gründe für die hohen Gaspreise

Immer mehr Menschen erleben es: Ihr Gaspreis wird erhöht. Anbieter erhöhen die Preise teilweise um 200%. Und egal, wo Sie sich umsehen, die Preise steigen überall. Gründe dafür sind die leeren Gasspeicher Europas, der kommende Winter und eine höhere Nachfrage im Vergleich zu den letzten Monaten. 

Ganz Europa ist vom Anstieg der Gas- und Strompreise betroffen. Es gibt heute einfach weniger Gas als noch vor einigen Jahren. Der Grund dafür ist, dass wir Menschen seit langem Gas nutzen. Schon 400 v. Chr. entzündeten Griechen das erste Gas.

In 1799 entwickelte Philippe Lebon die erste Gasheizung. Er verstarb jedoch bevor die Erfindung berühmt wurde. In den 1800ern jedoch kam die Industrialisierung und immer mehr Menschen konnten sich leisten, mit Gas zu heizen. Auch die Industrie machte sich die Entdeckung der Gasheizung zu Nutze. 

Die Gasheizung wie wir sie heute kennen gibt es bereits seit 1855. Robert Wilhelm Bunsen, Professor an der Universität Heidelberg, entwickelte sie. 

Gasspeicher

Klimaaktivist:innen und Wissenschaftler:innen prophezeiten bereits vor Jahren, dass der Punkt kommen werde, an dem wir mit einer Gasknappheit umgehen müssen. Dieser Punkt ist jetzt erreicht. 2003 schrieb die Energie Chronik noch, dass wir mittelfristig keine Sorge um den Gaspreis haben müssten. Das Gas würde noch mindestens 43 bis 67 Jahre reichen. Dass dies gar nicht besonders lange ist, zeigt sich nun. Wenn diese Prognose richtig lag, haben wir nun noch einen Vorrat für 25 bis 49 Jahre. Und dies zeigt sich in unseren Gasspeichern. 

Im Jahre 2019 und 2020 waren die Speicher konkret gesagt durchschnittlich zu 91% gefüllt. Nun sind sie bei 54%. Die Tagesschau berichtet, dass Europas größter Gasspeicher in Rehden, Niedersachsen, momentan nur 10% gefüllt ist. Vor einem Jahr soll er noch zu 87% gefüllt gewesen sein. Grund dafür ist der lange Winter 2019/2021.

Gas Tank

Weitere Gründe dafür sind sowohl die Erdgasknappheit als auch die extrem geringen Lieferungen Russlands. Einige sagen, dass Russland gezielt Europas Energiepreise hochtreiben wolle. Laut russischen Nachrichten setzte Putin sich jedoch dafür ein, Deutschlands Gasspeicher wieder zu füllen. Die Nord Stream 2, eine lange Gaspipeline, die dieses Jahr erst fertig wurde, könnte ein weiterer Grund sein. Diese wurde bisher nicht in Betrieb genommen, da viele fürchten, dass ihre Nutzung gegen das EU Recht verstoßen würde. Der Betreiber einer Pipeline darf nämlich nach diesem Recht nicht der Nutzer zugleich sein. Gasproduktion und Gastransport dürfen nicht von denselben Personen ausgeführt werden. Dies ist allerdings eventuell der Fall bei der Nord Stream 2. Russische Konzerne würden gerne schon jetzt mit der Nutzung der Pipeline beginnen. Russland ist für 55,2% der Gasversorgung Deutschlands verantwortlich.

Leitung

Kommender Winter

Es ist nur logisch, dass jetzt, wo der Winter wiederkommt, die Preise wieder steigen. Die Nachfrage steigt während das Angebot sinkt. Dies führt dazu, dass Gasversorger nach einem höheren Preis fragen können, weil auch die Konkurrenz kein günstiges Angebot mehr machen kann. 

Hohe Nachfrage

Zusätzlich ist die hohe Nachfrage eine relativ plötzliche Veränderung. Monatelang war die betriebliche Nachfrage quasi nicht-existent durch die Corona Pandemie. Dann plötzlich öffnete alles wieder gleichzeitig. Dies trieb die Nachfrage und damit auch den Preis in die Höhe.

GAS

Tipps, um Ihre Gaspreise niedrig zu halten

Eine gute Möglichkeit, den Gaspreis zu reduzieren, ist der Anbieterwechsel. Dazu mehr unten. Achten Sie auch stets auf das Kleingedruckte, denn manchmal verstecken Energieanbieter dort eine Preiserhöhung. Machen Sie sich auch keine Sorgen darum, ob Sie stets mit Gas versorgt sind. Selbst, wenn Sie Ihren Gasvertrag kündigen, besteht keinerlei Gefahr, dass Sie kein Gas beziehen können. In der Übergangszeit rutschen Sie ganz einfach in die Grundversorgung.

Im Falle einer Kündigung sollten Sie stets den Grund für die Kündigung prüfen. Scheuen Sie sich nicht, Beschwerde einzulegen. Dies gilt auch, falls Ihr Anbieter die Auszahlung Ihres Bonus verweigert.

Empfehlenswert ist es außerdem, Verträge mit kurzer Laufzeit zu wählen. Dies sei von Vorteil, um regelmäßig wechseln zu können.

Gaspreise senken durchs Wechseln

Durch einen Anbieterwechsel können Sie die Gaspreise enorm senken. Führen Sie den Wechsel also vor Jahresende durch, denn im nächsten Jahr steigt der Preis vermutlich weiter. Durch Neukundenboni und einen weitreichenden Vergleich können Sie in unserem Gasrechner Ihren günstigsten Anbieter finden. Dadurch können Sie mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Es gibt sehr viele Gasanbieter und sie alle unterscheiden sich im Preis. Wenn Sie einen Tarifvertrag abgeschlossen haben, dürfen Sie jederzeit kündigen, falls der Anbieter den Preis außervertraglich erhöht. Wir raten genau dann vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen, um erneut einen Vertrag zu günstigeren Preisen sowie mit Wechselboni abzuschließen. 

Kochen

Wie lange werden wir noch Erdgas nutzen (können)?

Doch trotz all dieser Entwicklungen zu hohen Preisen, gibt es Aussicht auf Besserung. Zwar nicht im Bereich des Erdgases, aber in der Nutzung alternativer, erneuerbarer Energien. Zum Beispiel die Wärmepumpe ist eine klimaneutralere Option für das Heizen ohne Gas. 

Bis 2030 soll Braunkohle abgeschafft werden. 2040 endet nach aktuellem Plan das Heizen mit Steinkohle. Und 2035 wird es keine Heizungen mit Erdgas mehr geben. Noch heizen die meisten Menschen in Deutschland mit Erdgas. Dies wird sich jedoch in den kommenden Jahren ändern (müssen). Sehen auch Sie sich deshalb einmal nach Alternativen um.

Fazit

Der beste Schritt, um die hohen Preise zu senken, ist folglich tatsächlich der Anbieterwechsel. Regelmäßiges wechseln hält Ihre Preise so niedrig wie möglich. Ein Blick in die Zukunft zeigt uns, dass es sich ebenfalls lohnt, auf erneuerbare Energien umzusteigen. Da in 29 Jahren kein Erdgas mehr genutzt werden soll, bleibt uns allen nichts übrig, als früher oder später auf eine nachhaltige Alternative umzusteigen. Dies wird sich höchstwahrscheinlich in kürzester Zeit auch preislich lohnen, da die Gaspreise weiterhin steigen werden.