Solarthermie BAFA Förderung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert Erneuerbare Energien in der privaten und gewerblichen Nutzung. Um diese Förderung zu erhalten, muss man jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllen. In diesem Beitrag erklärt WechselJetzt.de kurz und präzise, welche Voraussetzungen Sie beachten müssen. Und beachten Sie: Das BAFA fördert keine Solaranlagen, die allein für elektrischen Strom verantwortlich sind. Es geht speziell um Solarthermie, also das Heizen mit Solarstrom.

Solarenergie

BEG

Die BEG bezeichnet die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Dabei wird unterschieden zwischen Wohn-, Nichtwohngebäude, und Einzelmaßnahmen. Die BEG existiert seit Januar 2021. Grundsätzlich können alle Maßnahmen an Gebäuden, welche die Energieeffizienz verbessern, gefördert werden. Die Antragstellung können Sie ganz einfach online erledigen. Über ein elektronisches Antragsformular des BAFA geht dies schnell und einfach. Im offiziellen BAFA Portal können Sie danach jederzeit den Status Ihres Antrags checken. Häufig wird dies aber auch durch die Firma, bei welcher Sie die Photovoltaikanlage erwerben, für Sie übernommen. So müssen Sie sich erst gar nicht mit den ganzen Formularen auseinandersetzen. Doch nun erst einmal die Details über alle Voraussetzungen des BAFA für eine Förderung Ihrer Anlage.

Solarthermie / Solarkollektoranlagen

Sonnenkollektoren wandeln Strahlungsenergie der Sonne in thermische Energie (Wärme) um. Es wird warmes Wasser oder Wasserdampf gewonnen. Dieses kann dann zum Heizen oder zur Warmwasserversorgung genutzt werden. Sonnenkollektoren haben zwei Wasserkreisläufe, welche durch einen sogenannten Wärmetauscher verbunden sind. Die Technik dahinter ist recht simpel: Dadurch, dass die Sonnenenergie das Wasser erwärmt, fließt dieses dann durch den Wärmetauscher nach oben und fließt ins Heizsystem oder in die Warmwasserleitung ein. Das kalte Wasser sinkt nach unten und wird dann durch weitere Sonnenenergie erwärmt. So entsteht ein Kreislauf. 

Blumenwiese

1. Förderfähige Kosten

Solarkollektoranlagen können mit bis zu 30% beim BAFA gefördert werden. Solarkollektoranlagen in verschiedensten Gebäuden können gefördert werden. Es gibt jedoch unterschiedliche Ansprüche für verschiedene Gebäudetypen. Mehr dazu folgt unten. Generell können Sie die Unterstützung des BAFA bei folgenden Investitionen erhalten:

  • Anschaffungskosten der Anlage
  • Kosten der Installation und Inbetriebnahme
  • Nebenkosten und Investitionen für Arbeiten an der oder für die Anlage
  • Kosten für Beratungs-, Planung- und Baubegleitungsleistungen

Wohngebäude können bis zu 50.000 € brutto zur Förderung der Investition in Solarthermie erhalten. Nichtwohngebäude können sogar 3,5 Millionen € erhalten. Spezifische Informationen finden Sie im BAFA Merkblatt über förderfähige Kosten.   

2. Eine Art des Heizens

Die geförderte Anlage muss der Erzeugung von Warmwasser oder dem Zweck des Heizens dienen. Eine Solaranlage zur Stromerzeugung wird in keinem Fall vom BAFA gefördert. Es geht ausschließlich um Solarthermieanlagen (Solarkollektoranlagen). Sonnenkollektoren lassen sich sehr gut mit Photovoltaikanlagen kombinieren, welche Sonnenenergie in elektrischen Strom umwandeln.

3. Solar Keymark

Das Solar Keymark ist ein Zertifikat, welches Solarkollektoranlagen und ihre Bauteile nach kritischen Tests und Überprüfungen tragen müssen, um in Deutschland vom BAFA gefördert zu werden. Auch für Kund:innen hat Solar Keymark eine Relevanz: Das Datenblatt 2 des Zertifikats zeigt tabellarisch die Kollektoren-Kennzahlen und die Leistungen einer Solarkollektoranlage. So können auch Normalverbraucher:innen Solarthermieanlagen einfach vergleichen.

4. Neubauten

In Neubauten gelten andere Auflagen als in bestehenden Gebäuden. Die folgenden Kriterien müssen erfüllt werden, um eine BAFA Förderung zu erhalten:

  • Die Bruttokollektorfläche muss mindestens 20 Quadratmeter groß sein.
  •  Es muss ein Pufferspeichervolumen geben.
  • Es muss mindestens drei Wohneinheiten geben.
  • Unbewohnte Gebäude mindestens 500 Quadratmeter beheizter Nutzfläche haben.
  • Mindestens 50% des Stroms im Neubau müssen durch eine Solaranlage eingespeist werden. Diese kann anderweitig gefördert werden.

Wenn Ihr Neubau all diese Kriterien erfüllt, können Sie ganz einfach Ihren elektronischen Förderungsantrag ausfüllen.

5. Bestehende Gebäude

In bereits bestehenden Gebäuden gelten andere Kriterien:

  • Es muss eine Bruttokollektorfläche von mindestens 9 Quadratmetern geben (Flachkollektoren). Bei Vakuumröhrenkollektoren müssen es 7 Quadratmeter sein. Wenn Sie Luftkollektoren nutzen, haben Sie Glück, denn dafür gibt es keine Mindestfläche.
  • Der Pufferspeicher muss ein Volumen von mindestens 40 Litern pro Quadratmeter haben, wenn es sich um Flachkollektoren handelt. Bei Vakuumröhrenkollektoren müssen es 50 Liter sein. Auch hier gibt es keine Vorgaben für Luftkollektoren.
  • Falls Ihre Solarthermieanlage dem alleinigen Zweck der Wassererwärmung dient, muss die Bruttokollektorfläche 3 Quadratmeter groß sein und der Pufferspeicher muss 200 Liter aufnehmen können.

Dies sind viele, abstrakte Zahlen und Maßeinheiten. Nehmen Sie sich die Zeit, die vorgesehene Fläche in Ruhe auszumessen. Im folgenden Absatz erklären wir noch einmal, was der Pufferspeicher eigentlich ist.

Kollektoren

Flachkollektoren sind Solarkollektoren, welche eine besonders niedrige Bauhöhe haben. Flach ist hier also wortwörtlich gemeint. Aufgrund der geringen Höhe eignen sie sich hervorragend, um in bestehende Dächer integriert zu werden. Flachkollektoren sind daher oft in bereits bestehenden Gebäuden zu finden.

In Neubauten werden eher Vakuumröhrenkollektoren oder Luftkollektoren verwendet. Erstere sind meist effizienter als Flachkollektoren aber höher. Vakuumröhrenkollektoren sind besonders für das Heizen mit Solarthermie geeignet, weil sie besonders heiß werden. Zuletzt nehmen Sie weniger Platz ein als Luftkollektoren.

Luftkollektoren verwenden Luft statt Solarflüssigkeit. Sonnenwärme wird in der Luft des Kollektors gespeichert. Der Nachteil der Luftkollektoren ist jedoch, dass er größer ist als andere Kollektor Arten.

Mehr zur Funktionsweise aller Kollektoren finden Sie unter Arten von Sonnenpanelen.

Solarplatten

Der Pufferspeicher

Pufferspeicher haben eine intensivere Wärmedämmung als herkömmliche Wasserspeicher. Die Wände sind 10 bis 20 cm dick. Sie wurden speziell zu dem Zweck entwickelt, Wasser warm zu halten, welches durch Solarkollektoranlagen erhitzt wurde. Der oben genannte Wärmetauscher befindet sich oft im Pufferspeicher, welcher wiederum an das Heizsystem (oder seltener das Wassersystem) angeschlossen ist.

Beim Pufferspeicher gibt es das Zweispeichersystem und das Kombi-Speichersystem. Ersteres besteht aus einem Solarspeicher und einem Pufferspeicher, zweiteres kombiniert diese in einem Speicher.

Auf zum Förderantrag!

Alle Kriterien erfüllt? Dann geht es los! Füllen Sie einfach den Online Antrag aus und empfangen Sie Förderungen für Ihre Nutzung der erneuerbaren Energien!

Oder denken Sie vielleicht noch darüber nach, sich eine Solar(thermie)anlage anzuschaffen? WechelJetzt.de hilft Ihnen gerne bei der Entscheidung, ob und wo sich bei Ihnen die Solaranlage lohnt.

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