Batteriespeicher Förderung

Die PV-Anlage produziert nicht zu jeder Stunde, zu jedem Tag im Jahr die gleiche Menge an Strom. Die höchste Menge wird natürlich dann produziert, wenn die Sonneneinstrahlung am Stärksten ist. Allerdings ist es natürlich für viele Leute keine Option, genau zu diesen Zeitpunkten dann die Waschmaschine und die Spülmaschine an zu stellen. Aus diesem Grund macht es häufig Sinn einen Batteriespeicher zu nutzen und den Strom dann zu einem späteren Zeitpunkt zu verbrauchen. Die Anschaffung einer PV-Anlage ist allerdings schon mit relativ hohen Kosten verbunden, welche sich durch einen Batteriespeicher noch erweitern würden. Allerdings gibt es nicht nur für die PV-Anlage Förderungen, sondern auch für die Anschaffung eines Batteriespeichers.

Batteriespeicher

Bundesweite Förderung

Seit Ende 2018 gibt es keine bundesweite Förderung speziell für Stromspeicher mehr, da das KfW-Förderprogramm 275, welches genau dafür gedacht war, ausgelaufen ist.

Länderspezifische Förderungen

Tatsächlich liegt der Fokus immer mehr auf der “netzdienlichen Integration” von PV-Anlagen, das heißt die kontrollierte Einspeisung von Solarstrom und der Stabilisierung der Netze durch dezentrale Speicher. Diese werden also immer mehr gefördert. Bundesländern steht es frei, eigene Förderprogramme aufzulegen. Leider sind diese Förderungen oft Bundesland abhängig und nicht in ganz Deutschland verfügbar. Teilweise sind sie auch bereits wieder ausgelaufen oder die Kapazitäten sind aufgebraucht.

Berlin

In Berlin beschloss der Senat die „Förderrichtlinie für Stromspeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Photovoltaikanlage im Rahmen des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms 2030“.

Besonders bei diesem Förderprogramm ist, dass die das Mindestinstallationsverhältnis übersteigende Speicherkapazität nicht gefördert wird. Mindestinstallationsverhältnis ist die Leistung der PV-Anlage zur nutzbaren Speicherkapazität, welche mindestens 1,2 kWp zu 1,0 kWh sein muss. Dies bedeutet, dass größere Speicher anteilig gefördert werden können. Allerdings kann eine Ausnahme gemacht werden, wenn der Strom nachweislich für Elektromobilität genutzt wird.

Brandenburg

Vorab sehr wichtig: Für dieses Förderprogramm können derzeit keine neuen Anträge gestellt werden (Stand Mai 2022).

Das Förderprogramm ist für sehr kleine Speicher ausgelegt und ersetzt das zuvor gültige „1.000-Speicher-Programm". Unterstützt werden durch dieses Kleinstspeicher-Programm sollen Eigentümer:innen bzw. Miteigentümer:innen von Wohneigentum bei der Investition in Stromspeichersysteme. Die Bedingung dafür ist allerdings, dass das Wohneigentum ausschließlich selbst genutzt wird.

Speicher ab 2 kWh und die zugehörigen Hybridwechselrichter (bis zu 50%) und die Schaffung der Voraussetzungen für ein Datenmonitoring werden von dem Ministerium für Wirtschaft und Energie über die Investitionsbank des Landes (ILB) gefördert. Die Förderung besteht aus bis zu 30 Prozent der zuwendungsfähigen Nettoausgaben, maximal jedoch 3.000 Euro. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem Eigenverbrauchsanteil, der bei mindestens 30% liegen muss.

Mecklenburg-Vorpommern 

Das Bundesland fördert momentan nur Klimaschutz-Projekte für Organisationen in der Wirtschaft, zu welchen auch Stromspeicher zählen. Private Haushalte erhalten keine Förderung.

Nordrhein-Westfalen

Wie in Bayern galt auch hier die Förderung bis zum 1. April 2022 für Batteriespeicher im Zusammenhang mit einer neu zu errichtenden PV-Anlage. Nun kümmert sich das Förderprogramm um Projekte zur “emissionsarmen Mobilität”.

Rheinland-Pfalz

Momentan ist das Programm leider ausgelaufen, allerdings ist das weiterentwickelte Solar-Speicher-Programm II mitten in der Vorbereitung (Stand Mai 2022). Es wird künftig ausschließlich Kommunen adressieren.

Eigentlich hatte das Bundesland sein eigenes "Solar-Speicher-Programm" und wollte damit Privathaushalte, Schulen und kommunale Liegenschaften dabei unterstützen, Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeichern zu installieren. Gefördert wird die Investition in einen fest installierten Batteriespeicher, der in Verbindung mit einer neuen, an das Verteilnetz angeschlossenen Photovoltaik-Anlage errichtet wird. Die Nachrüstung bestehender Photovoltaikanlagen mit einem Speicher wird über das Programm leider nicht gefördert.

Sachsen

PV-Anlagen und die dazugehörigen Speicher sind momentan groß im Trend. In Sachsen musste das Programm für 2022 wieder ausgesetzt werden, da sie die Kapazität an Anfragen bereits erreicht haben (Stand Mai 2022).

Die Sächsische Aufbaubank SAB fördert die Einführung von innovativen Energietechniken in allen Bereichen und heißt “Stromspeicher mit/ohne Ladestation (RL Speicher)”. Bei dieser sind die Nettoausgaben für den Stromspeicher und die Ladestation, einschließlich der Kosten für die Errichtung, förderfähig.

Der Fördersatz kann bis zu 50% der Ausgaben betragen, für Modellvorhaben liegt die maximale Summe bei 50.000 Euro, für Speicher auf Lithium-Ionen-Basis liegt sie bei 40.000 Euro. Dafür müssen allerdings auch einige Bedingungen erfüllt werden: Der Stromspeicher muss dauerhaft mit der PV-Anlage und dem öffentlichen Netz verbunden sein, die Nutzkapazität muss mindestens 2 kWh betragen und die PV-Anlage darf nicht mehr als 50% ihrer Nennleistung ins Netz einspeisen (Wirkleistungsbegrenzung).

Thüringen

In Thüringen wurde das Programm “Solar Invest” seit dem 1. April 2022 wieder weitergeführt und musste direkt am 4. April wieder gestoppt werden, weil so viele Anträge gestellt worden sind. Das Programm fördert „stationäre Energiespeichersysteme, die der Speicherung von Strom aus Photovoltaik dienen“, wenn der Strom überwiegend selbst verbraucht wird (Eigenverbrauchsquote mindestens 60 %). Der Zuschuss für Energiespeicher kann bis zu 25% betragen. Die Gesamtausgaben für das Vorhaben müssen aber über 5.000 Euro liegen (Bagatellgrenze). 

Im Programm wird noch weiter unterschieden zwischen der Förderung einer Photovoltaikanlage zusammen mit einem Batteriespeicher (Ziffer 2.2.1 der Richtlinie) und der Investitionen in Batteriespeichersysteme (Ziffer 2.2.2). Eine Kombination beider Förderungen ist nicht möglich. Thüringen ist das einzige Land, das sowohl den Bau von PV-Anlagen mit einem Batteriespeicher fördert, als auch die Installation von den Speichern unterstützt. Für Batteriespeicher, unabhängig ob alleine oder mit Anlage angeschafft, kann man 200 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität erhalten, wenn der Speicher maximal 10 Kilowattstunden Speicherkapazität hat. Der Zuschuss von größeren Geräten beträgt 20% der Investitionssumme und die Ausgabe für den Speicher muss mindestens 1.000 Euro betragen.

Bundesländer ohne Förderprogramme

In Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein gibt es momentan keine Förderprogramme.

Kommunale Förderung

Batteriespeicher werden auch auf kommunaler Ebene immer mehr gefördert. Die Speicherförderung in München beispielsweise hat im Rahmen des Förderprogramms Energieeinsparung (FES) im April 2019 das “Münchner Förderprogramm Energieeinsparung” erlassen. Dazu gehörten auch die Batteriespeicher. Diese Förderung ist allerdings seit dem 21. Februar 2022 ebenfalls eingestellt worden. Die Begründung hier ist, dass die Maßnahmen nicht zu den Klimaschutzzielen der Stadt passen, die im Dezember 2019 beschlossen wurden.

Mehr Informationen

BAFA Förderung
KFW Förderung
Lokale Förderung