Wie entstehen Strompreise?

Die Zusammensetzung der Strompreise ist komplex und meist für Endverbraucher:innen nicht zu überschauen. WechselJetzt.de erklärt Ihnen, wie sich Ihr Strompreis zusammensetzt.

Zusammensetzung des Strompreises (Stand: Januar 2022)

Strompreis Zusammensetzung 

Die Zusammensetzung gilt für den Strompreis 34,6 Cent pro kWh bei einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh. Der Strompreis setzt sich hauptsächlich aus drei Kostenquellen zusammen: Energielieferung (Erzeugung und Vertrieb), Beiträge für Netznutzung und Beiträge zu staatlichen Abgaben, Steuern und Umlagen. Während die Beiträge zu Netzentgelten und staatlichen Abgaben nicht vom Stromversorger beeinflussbar und somit fix sind, sind die Kosten von Stromerzeugung, Transport und Vertrieb vom Stromversorger festgelegt. Der Strompreis setzt sich zu 35,6% aus der Energielieferung, 23,4% aus den Beiträgen zur Netznutzung und zu 41% aus Beiträgen zu Steuern, Abgaben und Umlagen zusammen.

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Abgaben, Steuern und Umlagen

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EEG-Umlage

Mit den größten Teil des staatlichen Anteils am Strompreis neben der Mehrwertsteuer macht mit 10,7% die EEG-Umlage aus. Die Kosten sanken von von 2021 zu 2022 um etwa 43% auf 3,723 Cent pro kWh. Dies sind Kosten, die aus der Förderung und dem Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen entstehen. Jeder, der Energie aus erneuerbaren Energien ins Netz einspeist, wird daher mit einer festen Vergütung belohnt. Das Ziel der Bundesregierung beinhaltete, dass zum Jahr 2020 35 % der Gesamtproduktion aus erneuerbaren Energien besteht. Im Jahr 2020 betrug der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland im Durchschnitt 45,3%, was das Ziel der Bundesregierung deutlich übertrifft. Im Jahr 2021 entwickelte sich der Anteil zu 45,7%.

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§19-Umlage

Die Paragraph 19-Umlage, die zum Ausgleich für stromintensive Unternehmen eingeführt wurden, ist ein weiterer staatlicher Kostenpunkt. Betriebe mit einem Verbrauch von 10 Gigawattstunden pro Jahr und mehr als 7000 Stunden jährlicher Entnahme aus dem Stromnetz haben die Möglichkeit, sich von der Zahlung von Netzgebühren befreien zu lassen. Diese werden mit der §19-Umlage und daher mit der Zahlung des Endverbrauchers wieder ausgeglichen. Die Kosten für diese Umlage steigen im dritten Jahr in Folge auf nun 0,437 Cent pro kWh in 2022.

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KWK-Umlage (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz)

Dies ist ein Gesetz, welches zu der Modernisierung, der Erhaltung und dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) dient. KWK-Anlagen sind Anlagen, welche Strom und Wärme zu gleicher Zeit produzieren. Die Kosten für diese Umlage steigen im Jahr 2022 vergleichsweise stark an; auf 0,378 Cent pro kWh im Gegensatz zu 0,254 Cent pro kWh vom Vorjahr.

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Stromsteuer

Dies ist eine Regelung zur Besteuerung des Strompreises und macht insgesamt 5,9% des Strompreises aus. Die Stromsteuer wurde 1999 zum Einstieg in die ökologische Steuerreform eingeführt. Dabei wird die komplette Menge Strom versteuert, die in Deutschland verbraucht wird, auch wenn der Strom im Ausland produziert wurde. Eine Mehrwertsteuer von 16 % wird zusätzlich auf jede gelieferte Kilowattstunde gerechnet.

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Konzessionsabgabe

Die Konzessionsabgabe ist ein Entgelt, welches von den Gemeinden entrichtet wird. Energie- oder Wasserversorgungsunternehmen zahlen für das Recht, Leitungen zu verlegen und zu betreiben, und dafür öffentliche Wege zu nutzen. Dabei ist die Höhe der Abgabe abhängig von der Einwohnerzahl des Ortes.

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Netzentgelte 

 

Als regulierte Netzentgelte wird der Teil des Strompreises bezeichnet, den die Netzbetreiber für ihre Nutzung der Stromnetze und Messeinrichtung bezahlen müssen. Die Bundesnetzagentur regelt den Netzzugang und die Netzentgelte. Die Netzkosten werden in der Winterzeit ermittelt, da in dieser Zeit die Jahreshöchstlast gemessen wird. Die Agentur überprüft und genehmigt die Netzentgelte und reguliert damit die entsprechenden Strompreise. Netzentgelte sind die "Gebühren", welche die Netzbetreiber den Stromanbietern für die Durchleitung von Strom in Rechnung stellen. Je nach Wohnort schwanken die vom Staat regulierten Netzentgelte.  

Ein Teil der Netzentgelte macht beispielsweise die Offshore-Netzumlage aus, die im Jahr 2022 für nicht privilegierte Letztverbraucher auf 0,378 Cent pro kWh ansteigt.

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Stromerzeugung, Transport und Vertrieb

 

Der Anteil für Erzeugung, Transport und Vertrieb ist vom Markt abhängig, also zum Beispiel von der Beschaffung von Rohstoffen und von den Produktionskosten. Dieser Bestandteil des Strompreises macht 2022 35,6% des Haushaltsstrompreises aus. Der Strompreis kann deshalb von Netzbetreibern selbst festgelegt werden. Daher kann dieser je nach Stromanbieter geringer oder höher ausfallen.