Wie entstehen Gaspreise?

Die Zusammensetzung der Gaspreise ist für den oder die Endverbraucher:in auf der ersten Blick meist nicht nachvollziehbar. WechselJetzt.de erklärt Ihnen, wie sich der Gaspreis zusammensetzt.

Gaspreis

Die Gaspreise für den/die Endverbraucher:in setzen sich aus vier Hauptbestandteilen zusammen: Die staatlichen Abgaben und Steuern (Konzessionsabgabe, Gas- und Umsatzsteuer), die Netzentgelte, die Kosten für Messungen sowie den Messstellenbetrieb, und die Beschaffungs- wie auch Betriebskosten. Während die Netzentgelte und staatlichen Abgaben vom Staat festgelegt sind, werden 48,8% des endgültigen Gaspreises vom jeweiligen Gasanbieter festgelegt. Auch der Markt und das Angebot beeinflussen den Preis des Gasanbieters. Je nachdem, wie viel Gas geliefert wird und zu welchem Preis es nach Deutschland eingekauft werden kann, ändert sich der Preis.

1

Staatliche Abgaben und Steuern

 

Gassteuer

Der Gassteuersatz für Gaspreise wurde im Zusammenhang der ökologischen Steuerreform von 1999 bis 2003 im Mineralölsteuergesetz neu festgelegt. Ziel der Reform ist die Förderung klimapolitischer Ziele sowie ein sparsamer Umgang mit Ressourcen. Die Steuer wird bei der Entnahme des Gases aus dem Versorgungsnetz berechnet, weshalb die Erhebung der Steuer über den Versorger beim Endverbraucher erfolgt.Die Gassteuer wird seit 2006 offiziell Energiesteuer für Brenn- und Heizstoffe genannt. Diese wird auf Erdgas, Heizöl und Flüssiggas erhoben. Die Energiesteuer soll zum sorgsameren Umgang mit den Ressourcen führen. Die Steuersätze im Jahr 2022 sind wie folgt:

  • Erdgas: 5,50 € pro Megawattstunde
  • Flüssiggas: 60,60 € pro 1000 kg
  • Heizöl: 61,35 € pro 1000 Liter

Umsatzsteuer

In Deutschland wird auf jedes Produkt und jede Dienstleistung die Umsatzsteuer erhoben. Sie ist eine der wichtigsten Steuern in Deutschland. Die Umsatzsteuer ist ein Teil der Mehrwertsteuer. Die Mehrwertsteuer besteht aus der Umsatz- und der Vorsteuer und sie wird MwSt abgekürzt. Obwohl Mehrwertsteuer steuerrechtlich nicht der korrekte Begriff ist, wird er im Alltag öfter genutzt als Vor- oder Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuer ist eine Steuer für den oder die Endverbraucher:in. Die Vertriebler zahlen sie nicht, sondern erheben sie auf die Produkte oder Dienstleistungen und leiten das Geld dann an das zuständige Finanzamt weiter.

 

Konzessionsabgaben

Konzessionsabgaben sind Nutzungsgebühren, welche dem Bau der Strom- und Gasnetze dienen. Die Verbraucher:innen zahlen die Konzessionsabgabe an den Staat und die Betreiber der Netze, um den Bau der Leitungen, die Versorgung und Verlegung zu finanzieren

2

Netzentgelte

  Jeder Nutzer und jede Nutzerin von Gas und Strom in Deutschland muss Netzentgelte zahlen. Die Netzentgelte sind eine Gebühr, die an den Gasversorger entrichtet wird. Dieser Gasversorger ist verpflichtet, für die Nutzung des Gases sowie für die Messeinrichtung eine Gebühr an den Staat abzugeben. Der Netzzugang sowie die Höhe der Netzentgelte werden auf Grundlage der Gasnetzgeltverordnung und der Erlösobergrenze des jeweiligen Versorgers berechnet. Die zu zahlenden Netzentgelte können dementsprechend von Versorger zu Versorger variieren. Auch dies lässt den Gaspreis von Ort zu Ort variieren.
3

Gaseinkauf, Transport und Vertrieb

  Die Kosten für die Erzeugung, den Einkauf, den Transport und Vertrieb des Gases sind abhängig vom Markt. Sie machen derzeit einen Anteil von 48,8% des Gaspreises aus. Während die Gebühren für die Netzentgelte sowie staatlichen Abgaben vom Staat festgelegt sind, unterliegt die Gasbeschaffung dem Wettbewerb und kann deshalb vom Netzbetreiber selbst festgelegt werden. Wenn das Gasangebot und die Gaslieferungen ausreichend sind, ist der Preis also niedriger als bei Knappheit. Wenn wenig Gas nach Deutschland und Europa geliefert wird, steigt der Preis. Dazu finden Sie mehr auf unserer Seite über die Energiekrise.

Erdgasbezugsquellen Deutschland Erdgasbezugsquellen

Mit der inländischen Erdgasproduktion können derzeit nur knapp 6% des Gasverbrauches gedeckt werden. Um die Erdgasversorgung in Deutschland gewährleisten zu können, muss Deutschland deshalb 94% des Erdgases aus anderen Ländern importieren. Die wichtigsten Importländer für den H-Gas-Markt sind dabei Norwegen, die Niederlande, Russland, Dänemark und weitere. Für den L-Gas-Markt wird das Gas hauptsächlich aus Deutschland selbst und den Niederlanden bezogen. Die Abhängigkeit der deutschen Gasversorgung erfordert deshalb stabile Beziehungen zu Lieferanten, langfristige Gasverträge sowie die Diversifikation der Bezugsquellen. In Deutschland wird derzeit die Erdgasversorgung mit L-Gas auf eine Versorgung mit H-Gas umgestellt. Mehr Informationen zur Umstellung und den Hintergründen lesen Sie in unseren Nachrichten.
Seit die Nord Stream 2 gebaut wurde, gibt es Probleme mit den Lieferungen aus Russland. Dies ist einer der Gründe für den enorm steigenden Gaspreis. Russland liefert seit 2021 deutlich weniger Gas nach Deutschland. Laut Russland gibt es keine Möglichkeit, mehr Gas zu liefern. Doch einige glauben, dass Russland Europa dazu bewegen will, die Nord Stream 2 in Nutzung zu nehmen. Dies ist EU rechtlich jedoch nicht möglich, da es verboten ist, dass Gaslieferant und Gasproduzent ein und dasselbe Unternehmen sind, da dieses Unternehmen dann zu viel Macht über Europa hätte. Deshalb gibt es momentan wenig Gas von Russland und als Auswirkung schnellen Deutschlands Gaspreise in die Höhe.