Energiekrise

Deutschland steckt inmitten einer Energiekrise. Strom- und besonders Gaspreise steigen derzeit enorm. Mit dieser regelmäßig aktualisierten Übersicht informieren wir Sie über die Neuerungen auf dem Energiemarkt. Außerdem geben wir Antworten auf das “Warum” hinter der Energiekrise.

Stand: 02.10.2022

Sollte ich jetzt den Strom- oder Gasanbieter wechseln?

Die derzeitigen Preise auf dem Energiemarkt sind hoch. Viele Verbraucher:innen sind verunsichert, ob sich ein Wechsel derzeit lohnt. Ob die Energiepreise in naher Zukunft sinken werden, ist ungewiss, um nicht zu sagen unwahrscheinlich. Die Preise für Strom und Gas können sich durchaus auf dem derzeitigen Niveau einpendeln und somit hoch bleiben. Auch ist denkbar, dass die Preise womöglich noch weiter ansteigen. Deshalb liegt der Vorteil eines Wechsels zum jetzigen Zeitpunkt darin, dass Sie die aktuellen Preise erst einmal festsetzen. Dies ist auch der Vorteil gegenüber der Grundversorgung, in welcher die Preise nicht an einen festen Tarif gebunden sind und durch den Grundversorger schneller angezogen werden können. Wenn Sie sich für einen alternativen Anbieter mit Preisgarantie entscheiden, sind Sie in diesem Fall deutlich besser abgesichert - besonders in Zeiten der Energiekrise.

Gaskrise

Warum steigen die Gaspreise?

Aufgrund der schnellen wirtschaftlichen Erholung, welche der wirtschaftlichen Lage vor der Corona-Pandemie gleicht, ist die Nachfrage nach Strom und Gas seit 2021 rasch angestiegen. Dies liegt daran, dass viele Unternehmen wieder vermehrt produzieren und somit wieder mehr Energie verbrauchen. In den Anfängen der Corona Pandemie, als viele Unternehmen ihre Türen zeitweise geschlossen hatten und die Produktionen stillstanden, ist die Nachfrage nach Energie drastisch gesunken, was zu einer Überkapazität führte.

Energiespeicher wurden erstmal nicht weiter gefüllt. Dies wird der sich schnellerholenden Wirtschaft nun zum Verhängnis. Die Speicher werden leerer, während gleichzeitig der Verbrauch rasant ansteigt. Ebenfalls wurde die CO2-Bepreisung erhöht, wodurch die Produktionskosten für Strom in die Höhe steigen. Es gibt also weniger Angebot und mehr Nachfrage. Diese Preisveränderungen bleiben auch bei den Konsumenten nicht unbemerkt, denn die Energiepreise für Privathaushalte steigen. 

Doch nicht nur die Corona-Pandmie hat die Energiewirtschaft negativ beeinflusst, sondern auch der Ukraine-Krieg. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat bisher viele Auswirkungen auf die Energiepreise in Deutschland gehabt, vor allem, da Russland bisher als größter Gasimporteur für Deutschland gedient hat. Nachdem sich aber das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland zugespitzt hat, kam es immer wieder zu Problemen bei der Energielieferung. Dies spitzte sich so weit zu, dass die Strom- sowie Gaspreise in die Höhe geschossen sind und zusätzlich hohe Nachzahlungen erwartet werden. Erfahren Sie nachfolgend mehr, was dies für Sie als Konsument:in bedeutet. 

Gas - Preisentwicklung 

Derzeit steigen die Gaspreise deutschlandweit. Zum Ende des Jahres 2021 haben die Gaspreise noch einmal einen starken Sprung nach oben gemacht. Innerhalb weniger Tage können Preissteigerungen von mehreren hundert Euro vermerkt werden. Mitte Januar war jedoch eine leichte Entspannung zu verzeichnen. Unruhen ließen den Gaspreis Ende Februar deutlich ansteigen. Im März sanken die Preise zwar wieder, blieben jedoch auf einem hohen Niveau. Seit April blieben die Preise von starken Schwankungen endlich verschont und sanken leicht. Bei einem Verbrauch von 18.000 kWh können seit Ende Juni jedoch teils Preissprünge von rund 3.000 Euro festgestellt werden. Im September sinken die Preise wieder leicht. Beispielhaft sehen Sie die Entwicklung der Gaspreise pro 18.000 kWh der letzten Wochen in den folgenden Graphen. Dort sehen Sie die Gaspreise in München, Dortmund, Berlin und Hamburg zwischen Oktober 2021 und September 2022.

Gas Hamburg Gas Dortmund
Gas Berlin Gas Berlin

Neueste Updates der Gaskrise

Laut Expert:innen muss der Gasverbrauch in Deutschland - trotz vollen Speichern (das Ziel: 95% zum 01.November 2022) – um rund 20 Prozent reduziert werden. Weiter unten auf dieser Seite finden Sie Informationen, wie Sie mit wenigen Tricks Ihren eigenen Verbrauch reduzieren. Habeck spekuliert, dass die Gaspreise stabil bleiben oder gar sinken werden, da nun Gas nicht mehr für jeden Preis eingekauft werden muss. Aktuell liegt der Füllstand bei 90,53 %.

Am 29. September 2022 verkündete die Bundesregierung, dass die steigenden Gaspreise mit einer Gaspreisbremse gedeckelt werden sollen. 200 Milliarden Euro sollen auf die Deckelung der Gaspreise verwendet werden. Auch wird in diesem Zuge die Gasumlage aufgehoben. Unternehmen und Betriebe in der Gasbranche sollen stattdessen staatlich durch Krisenfonds unterstützt werden. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen dadurch geschützt werden. Laut Bundeskanzler Scholz sei es absehbar, dass Russland kein Gas mehr liefern werde, da es die Gaslieferungen als Waffe einsetze. Daher müsse nun Deutschland als Staat selbst handeln. Doch Details zur Gaspreisbremse gibt es noch nicht.  Diese werden momentan durch eine eingesetzte Expertenkommision ausgearbeitet.

Die Mehrwertsteuer auf Gas wird gesenkt, berichtet die Tagesschau am 18.08.2022. Sie soll von 19% auf 7% sinken. Die Senkung der Mehrwertsteuer bleibt aktuell, obwohl das Entlastungspaket von 200 Milliarden Euro nun greift und auch, obwohl die Gasumlage nun nicht mehr umgesetzt wird. Die Gasumlage wurde laut Habeck, dem Energieminister, am 29.09.2022 verworfen. Wie oben erwähnt werde Unternehmen nun aus anderen Fonds unterstützt und Verbraucher:innen werden entlastet.

Vladimir Putin forderte vor einigen Monaten von Deutschland und anderen Ländern, Gas nicht mehr in Euro oder Dollar zu bezahlen, sondern in Rubeln. Da viele Länder dies nicht akzeptieren wollen, droht Putin nun mit einem ungünstigen Wechselkurs. Letztendlich wurde eine Lösung über ein belgisches Rubelkonto gefunden.

Deutschland befindet sich in der Alarmstufe des Notfallplans Gas. In dieser Stufe müsse der Staat schon einige Maßnahmen ergreifen. Falls die Gaslieferungen ganz eingestellt werden, gäbe es finanzielle Probleme in Deutschland, die ähnliche Folgen für die Wirtschaft haben könnten wie die Pandemie. Doch Deutschland ist laut den Wirtschaftsweisen noch nicht am finanziellen Ende angelangt. Es gebe noch Spielraum in der Staatskasse. Laut Berliner Zeitung ist Deutschland im internationalen Vergleich sehr abhängig von Russland. Und Russlands Wirtschaft profitiert tatsächlich von der derzeitigen Situation. So berichtet die Tagesschau, dass Russlands Finanzpolster sich im Mai um 200 Milliarden Dollar erhöht habe.

Doch es gibt auch einen Silberstreif am Horizont. Deutschlands Unabhängigkeit von Russland zwingt uns nicht nur in die Erneuerbaren Energien, auch bringt sie uns neue Handelspartner. Katar zum Beispiel will ab 2024 LNG (Flüssiggas) nach Deutschland liefern. Dieses wird dann in Flüssiggas Terminals aufbewahrt. Dieses wird dann in Flüssiggas-Terminals aufbewahrt. Diese Terminals können später auch für die Lagerung von Wasserstoff genutzt werden.

Europas Gas kam - bisher - zu 55 % aus Russland. Generell rät WechselJetzt.de, die Option der Solarthermie oder Wärmepumpe zu überdenken. Auf Dauer lohnt es sich preislich, in erneuerbare Heiz Optionen zu investieren. Dänemark hat die Baltic Pipe nach Norwegen, welche ebenfalls durch Polen führt. Frankreich muss als einziges Land nicht in Rubeln zahlen, weil sie kein LNG (liquid natural gas) aus Russland beziehen, sondern nur behandeltes Gas.

Aufgrund von Russlands knapperen Lieferungen will Deutschland mehr Gas aus den Niederlanden importieren. In der niederländischen Stadt Groningen führt dies zu kleineren Erdbeben, da in der Provinz Groningen, um die Stadt herum, nach Gas gebohrt wird. Trotz der Gefahr von Erdbeben wird erwartet, die Gasproduktion in Groningen zu verdoppeln, um Deutschlands höheren Bedarf zu decken. Die Niederlande sind vertraglich verpflichtet, Deutschland mit Gas zu versorgen. Bisher waren diese kleinen Groninger Erdbeben nicht sehr erschütternd, doch auf lange Zeit verteilt, leiden vor allem die Gebäude unter den leichten Erschütterungen. Die Erdbeben bringen zwar keine Menschen in Gefahr, aber Wände in Wohnhäusern, die so mit der Zeit unsicher und marode werden. Daher sind sie langfristig eine finanzielle Bedrohung und können Menschen zum Umzug zwingen.

Des Weiteren ist zu bedenken, dass einige Unternehmen direkte Verträge mit der russischen Firma Gazprom geschlossen haben und somit Gas aus Russland kaufen müssen. Solche Verträge laufen noch mehrere Jahre, meist bis 2030. Bis dahin müssen diese deutschen Unternehmen wie EnBW, RWE, Uniper und Wingas weiterhin mit Russland Handel treiben.

Viele Gasversorger stellen ihre gesamten Gaslieferungen ein. Gas.de und die Tochterfirma Grünwelt liefern seit dem 08. Dezember 2021 kein Gas mehr. Die Rheinische Elektrizitäts- und Versorgungsgesellschaft hat schon zuvor die Lieferungen eingestellt, genau wie die Brandenburger Otima AG. Dadurch werden die Gaspreise weiter in die Höhe getrieben. Wenn Sie bisher bei einem Anbieter waren, der nun insolvent ist, rutschen Sie in die Grundversorgung. Diese übernimmt automatisch die Belieferung. Ein anschließender Gasanbieter Vergleich hilft dabei, einen neuen, preiswerten Gastarif zu finden.

Stromkrise

Warum steigen die Strompreise?

Der Strompreis in Deutschland steigt enorm an. Die Gründe sind im Grunde dieselben wie jene, die bereits in der Rubrik "Gaskrise" beschrieben wurden. In der Ökonomie geschieht ein Preisanstieg, wenn die Nachfrage steigt, das Angebot jedoch gering ist. Hier in unserem Strom-Liveticker können Sie jederzeit neueste Entwicklungen finden, den aktuellen Strompreis einsehen und Tipps finden, wie Sie Ihren Strompreis möglichst niedrig halten. 

Strom - Preisentwicklung

In der folgenden Grafik sehen Sie die Strompreisentwicklung zwischen Oktober 2021 und September 2022 für einen Verbrauch von 2.500 kWh in vier deutschen Großstädten (Hamburg, Dortmund, Berlin und München). Die Preisentwicklungen unterscheiden sich teils stark per Region. In Berlin und Hamburg sind die Preise lange Zeit konstant. Ab Ende Juli können auch hier Preissteigerungen festgestellt werden. Verglichen mit weiteren Großstädten kam man Ende 2021/Anfang 2022 in beiden Regionen noch recht preiswert an Strom. In Dortmund und München dagegen schießen die Strompreise zum Jahresende 2021 um mehrere hundert Euro drastisch in die Höhe. Im Januar sinken die Strompreise hingegen wieder. In den meisten Städten schnellten die Preise seit Ende Februar wieder in die Höhe. Im März ist eine leichte Entspannung zu verzeichnen, obwohl die Preise weiterhin stets hoch blieben. Ende April bis Anfang Juli sieht man in Dortmund und München, dass die Preise wieder sinken. Von August bis Mitte September steigen die Preise weiter um mehrere hundert Euro in die Höhe. Ende September können leichte Entspannungen festgestellt werden. 

Strom Hamburg Strom Dortmund
Strom Berlin Strom München

Neueste Updates der Stromkrise

Die Ampel-Koalition hat nach langen Diskussionen eine Übergewinnsteuer für sogenannte “Zufallsgewinne” im Energiemarkt ins Spiel gebracht. Damit möchte die Bundesregierung verhindern, dass bestimmte Firmen von den stark steigenden Energiepreise besonders profitieren. Allerdings ist die Umsetzung nicht ganz leicht. Es bleibt abzuwarten, wann und wie die Übergewinnsteuer am Ende umgesetzt wird. Mithilfe dieser Übergewinnsteuer möchte die Regierung eine Strompreisbremse finanzieren, um die Verbraucher:innen weiter zu entlasten.

Am 04. September 2022 beschloss die Bundesregierung, Studierende sollen einmalig einen Heizzuschuss von 200 € erhalten. Rentner:innen sollen 300 € erhalten. Auch gibt es nun einen Strompreisdeckel für den sogenannten Basisverbrauch. Ebenfalls soll ein bundesweites Nahverkehrsticket als Nachfolger des 9-Euro-Tickets folgen. Generell sollen Bedürftige etwas mehr Geld erhalten (Wohngeld, Kindergeld, Bürgergeld)

Ferner hat die Regierung weitere Entlastungspakete beschlossen. So sollen nun auch Rentner:innen eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro erhalten sowie Studierende 200 Euro. Des Weiteren wird erwägt den Basisverbrauch mit einem vergünstigten Preis anzubieten. Auch das Kindergeld soll ab 2023 für das erste sowie zweite Kind um 18 Euro monatlich steigen. Außerdem soll die Erhöhung der CO-2 Steuer um ein Jahr verschoben werden.

Mit Hinblick auf die stark steigenden Strompreise kündigt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Reformen an. Problematisch ist derzeit, dass sich der Strompreis am Merit-Order-Prinzip festmacht. Dies bedeutet, dass der Strompreis durch das teuerste Kraftwerk bestimmt wird. Derzeit sind dies die Gaskraftwerke (für die Stromerzeugung wird Gas verwendet). Die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien ist im Gegensatz dazu wesentlich günstiger. Stimmen werden laut, dass sich jene Stromerzeuger, welche hauptsächlich oder gänzlich mit erneuerbarer Energie Strom erzeugen, von den gestiegenen Stromkosten profitieren.

Um Energie einzusparen, ist ab September eine Verordnung mit folgenden Punkten in Kraft getreten. So soll in öffentlichen Gebäuden die Heizung so eingestellt werden, dass die Temperatur nicht die 19 Grad Marke überschreitet. Um zu verhindern, dass warme Luft nach außen strömt, sollen Laden- und Eingangstüren nicht dauerhaft offenstehen. Außerdem sollen Flure und Durchgangsbereiche möglichst nicht beheizt werden. Ferner werden Werbeanlagen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ausgeschaltet. Darüber hinaus sollen Denkmäler nicht mehr beleuchtet werden, mit Ausnahme von Sicherheits- und Notfall Beleuchtungen. Sofern private Schwimmbäder und Pools mit Gas oder Strom aus dem öffentlichen Netz beheizt werden, ist dies fortan untersagt. Eine Ausnahme bilden Pools oder Schwimmbäder, die therapeutischen Zwecken dienen. Die Bestimmungen zu Mindesttemperaturen, wie in Mietverträgen festgehalten, werden vorübergehend ausgesetzt. 

Im Juli 2022 wurde die EEG Umlage abgeschafft. Grund dafür sind die hohen Strompreise. Dies ist eine große Entscheidung, denn für 22 Jahre gab es diese Umlage in Deutschland. Das Ende der EEG Umlage war zwar ohnehin geplant, doch aufgrund der aktuellen Situation wurde diese Entscheidung deutlich nach vorne gezogen. Zum Januar 2022 wurde die EEG Umlage bereits gesenkt, im Juli verschwand sie gänzlich. Dies bedeutet übrigens nicht, dass die Einspeisevergütung nicht mehr existiert. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag über die Einspeisevergütung für die Photovoltaikanlage.

Haushalte und Unternehmen sollen durch die Abschaffung der EEG Umlage entlastet werden. Insgesamt wird dadurch der gesamte Strom günstiger. Doch vor allem Ökostrom wird günstiger, denn das neue Besteuerungssystem sieht strengere Auflagen zur CO2-Neutralität vor. Für herkömmlichen Strom müssen mehr Zertifikate gekauft werden, dadurch wird dieser teurer. Da Ökostrom bereits klimaneutraler ist, müssen weniger CO2 Zertifikate gekauft werden und der Preis steigt nicht so enorm an.

Im Sommer 2022 gibt es jetzt ebenfalls ein bisher nie so dagewesenes Problem: Schwimmbäder sind sowohl Strom- als auch Gasfresser. So sind unsere Freibäder davon bedroht, im Sommer eine Insolvenz zu riskieren. Die Tagesschau berichtet über Probleme in Schwimmbädern.

Ein anderes aktuelles Thema ist die Smart Meter Pflicht. Digitale Stromzähler werden zur Pflicht. Langsam erfolgt das Smart Meter Rollout in Deutschland, das bedeutet, dass nach und nach mehr Smart Meter eingebaut und genutzt werden. Wenn es bei Ihnen an der Zeit ist, werden Sie von Ihrem Messstellenbetrieb kontaktiert.

Anfang Januar meldeten der Energieversorger enyway aus Hamburg und der KEHAG Energiehandel aus Bremen Insolvenz an. Das Bremer Unternehmen stellte bereits zum 31. Dezember 2021 ihre Belieferung ein. Aufgrund der anhaltenden Entwicklungen musste auch am 28. Januar ein weiterer Energieanbieter Insolvenz anmelden. Das Unternehmen “Enqu” aus Kiel musste bereits Mitte Dezember alle Energielieferverträge beenden, da sie die Versorgung nicht mehr sicherstellen konnten. Dies gilt seit dem 21.12 für Stromlieferungen und seit dem 23.12 für Gaslieferungen. Betroffen sind erneut tausende Kunden.

Die bayerische Vereinigung der Wirtschaft beobachtet, dass die Politik zu wenig für die Energiewende tue. Abstandsregeln bei Windrädern sollten neu überdacht werden, Solaranlagen sollten auf jedes Dach und Planungsverfahren und Genehmigungen sollten schneller ausgestellt werden. Dies würde in der regenerativen Erzeugung von Energie deutlich helfen.

Darüber hinaus haben 2022 bereits mehr Stromanbieter als im Jahr 2021 ein Geschäftsende angekündigt oder sind bereits geschlossen oder insolvent. Bei Insolvenz des Anbieter besteht jedoch keine Gefahr, ohne Strom da zu stehen. Eine Ersatzversorgung tritt in Kraft, sobald der Anbieter insolvent ist. Anschließend haben Kund:innen die Möglichkeit, sich nach einem neuen Tarif umzusehen. Grundversorger übernehmen meist die zurückgelassenen Kunden der insolventen Stromanbieter. Ein Stromtarif Vergleich kann anschließend dabei helfen, einen neuen, günstigeren Stromvertrag zu finden.

2021 war ein sehr windstilles Jahr. Deshalb wurde zusätzlich weniger Strom durch Windkraftanlagen in der Nordsee sowie auf dem Land erzeugt. Es ist nun notwendig, die Offshore Windparks noch weiter und größer auszubauen, um zu garantieren, dass mehr Strom produziert wird - auch in windstillen Jahren.

Laut Energate müssen die erneuerbaren Energien und ihre Nutzung bis 2030 verdreifacht werden, um eine weitergehende Energiekrise zu verhindern. So soll der Wasserstoff als Energiequelle näher betrachtet werden.

Es ist außerdem noch immer problematisch, dass Stromanbieter versuchen, Kund:innen mit günstigen Tarifen zu kündigen. Auch die Verschleierungen, die manche Anbieter nutzen, um nicht direkt ersichtlich zu machen, dass es sich um eine Preiserhöhung handelt, sind inakzeptabel.
Unser Tipp: Schauen Sie sich jede Benachrichtigung Ihres Energieanbieters genau an. So stellen Sie sicher, dass Sie nicht ungewollt einer Preiserhöhung zustimmen.

Die Tagesschau empfiehlt, stromsparend zu leben, wenn der Preis steigt. Auch betont sie ein weiteres Mal, wie viel Strom durch den Standby Modus verbraucht wird: 504.000 Euro pro Stunde werden durch Geräte im Standby Modus in Deutschland genutzt - Strom, der durchaus gespart werden könnte.

Unsere monatlichen Stromspartipps auf FacebookInstagram und Twitter können Ihnen dabei helfen. Generell sollten Sie Energiesparlampen nutzen, Geräte ausschalten, wenn Sie diese gerade nicht nutzen und sie sogar aus der Steckdose nehmen, da sie sonst auch noch kleine Mengen Strom verbrauchen. Mehr Stromspartipps finden Sie im verlinkten Beitrag.

Was tun, wenn der Preis steigt?

Eine gute Möglichkeit, den Energiepreis zu reduzieren, ist der Anbieterwechsel. Durch Wechselboni und gute neue Angebote können Sie auch in diesen Zeiten des hohen Strompreises einen möglichst guten Tarif finden.

Achten Sie auch stets auf das Kleingedruckte, denn manchmal verstecken Energieanbieter dort eine Preiserhöhung. Machen Sie sich auch keine Sorgen darum, ob Sie stets mit Strom oder Gas versorgt sind. Selbst, wenn Sie Ihren Strom- oder Gasvertrag kündigen, besteht keine Gefahr, dass Sie keinen Strom oder Gas beziehen können. In der Übergangszeit rutschen Sie ganz einfach in die Grundversorgung.

Im Falle einer Kündigung sollten Sie stets den Grund für die Kündigung prüfen. Scheuen Sie sich nicht, Beschwerde einzulegen. Dies gilt auch, falls Ihr Anbieter die Auszahlung Ihres Bonus verweigert.

Empfehlenswert ist es außerdem, Verträge mit kurzer Laufzeit zu wählen. Dies ist von Vorteil, um regelmäßig wechseln zu können.

Verbrauch reduzieren

Besonders derzeit ist es wichtig nach einem Tarifvergleich noch mehr zu tun, um Energie einzusparen. Folgen Sie unseren Stromspartipps sowie Gasspartipps, um Ihren Verbrauch zu reduzieren. Dies wirkt sich direkt positiv auf Ihren Verbrauch aus. So kann noch mehr gespart werden.

Sonderkündigungsrecht

Im Falle einer außervertraglichen Preiserhöhung haben Sie Sonderkündigungsrecht. Das bedeutet, dass Sie innerhalb von zwei Wochen kündigen dürfen, wenn Ihr Preis erhöht wird. Aber auch, wenn Ihre Preiserhöhung auf Steuern, Umlagen oder sonstigen Abgaben basiert, dürfen Sie kündigen. Es ist nicht rechtens, wenn in Ihrem Vertrag steht, dass Sie in einem solchen Fall kein Sonderkündigungsrecht hätten. Außerdem gilt bei einem Sonderkündigungsrecht zu beachten, dass Sie die Kündigung selbst durchführen. Im Falle einer Sonderkündigung, kann der neue Anbieter diese nicht für Sie übernehmen.

Benötigen Sie Hilfe bei der Kündigung? Finden Sie hier wichtige Hinweise sowie Vorlagen zur Kündigung Ihres Energieanbieters.

Belieferungsstop / Insolvenz

Zu Beginn des Jahres kam es verstärkt zu Insolvenzen unter den Energieanbietern. Dies liegt daran, dass die Energieanbieter sich gegenseitig mit günstigen Tarifen übertreffen wollten. Die Tarife haben in der Regel eine Vertragslaufzeit von 12 oder 24 Monaten. Strom oder Gas werden jedoch kurzfirsitig im Großhandel eingekauft. Während in den letzten Jahren die Preise am Großhandel konstant sanken, ist dies nun nicht mehr der Fall. Die Anbieter machen nun Verluste, da die Preise am Großhandel höher sind, als wie in den Tarifen angegeben. Dadurch kann es zu Belieferungsstopps oder gar Insolvenzen kommen. Manche Anbieter, wie beispielsweise Entega oder EnBW nehmen derzeit keine Neukunden auf, um Schaden abzuwenden. Andere Anbieter wie beispielsweise Stromio (zusammen mit Grünwelt Energie und Gas.de) und OTIMA Energie kündigen die Verträge mit Ihren Kund*innen, da die Übertragungsnetzbetreiber, die Bilanzverträge kündigen. Hier kann man jedoch noch nicht von einer Insolvenz sprechen. Hingegen Neckermann Strom, Fulminant Energie, Lition Energie sowie Smiling Green Energy mussten leider bereits Insolvenz anmelden. 

Mehr zum Thema Insolvenz des Stromanbieter finden Sie hier

Was tun, wenn der Anbieter die Belieferung einstellt? 

Wichtig zu wissen ist, dass Sie nie ohne Strom oder Gas dastehen werden. Es wird automatisch eine Ersatzversorgung sichergestellt. Nach einer Übergangszeit von 6 Wochen rutschen Sie automatisch in die Grundversorgung. Wir raten jedoch, rechtzeitig nach einem neuen Tarif zu suchen, da die Ersatz- und Grundversorgung in der Regel einen weitaus höheren Preis fordert. 

Wichtige Schritte, welche Sie durchführen sollten, wenn Sie von einer Insolvenz des Energieanbieters oder der Kündigung des Energievertrages durch den Energieanbieter betroffen sind, listen wir nachfolgend auf:

  • Notieren Sie sich Ihren Zählerstand, damit Sie Abrechnungen überprüfen können. Auch die Ersatzversorgung benötigt den aktuellen Zählerstand. 
  • Beenden Sie jegliche Einzugsermächtigung, welche Sie Ihrem Energieanbieter ausgesprochen haben. Vorauszahlungen oder Abschläge sollten nun nicht mehr überwiesen werden. Sollten noch Rechnungen offen stehen, so begleichen Sie diese am besten eigenständig per Überweisung. 
  • Prüfen Sie, ob Sie auch tatsächlich eine Kündigung von Ihrem Anbieter erhalten haben. Oftmals wird in den Nachrichten bekannt, dass ein Anbieter die Belieferung einstellt. Sollten Sie keine Kündigung erhalten haben, sollten Sie diese selbst fristlos aussprechen, um den Liefervertrag definitiv zu beenden.
  • Anschließend empfehlen wir, rechtzeitig nach einem neuen Anbieter zu suchen, um bei den Energiekosten zu sparen. Häufig sind die Ersatz- und Grundversorgung deutlich teurer als alternative Anbieter. 

Weitere Informationen

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