Nachtspeicherheizung

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Was sind Nachtspeicherheizungen?

Beim Heizen mit elektrischem Strom kommt oft die Nachtspeicherheizung zur Sprache. Sie lädt ihren Speicher nachts mit günstigerem Strom auf, um dann tagsüber zu heizen. Sie wurde in den 1950ern und 1960ern bekannt. Damals war das Heizen mit Strom eine gute und saubere Alternative zu Kohleöfen. Die Ressource Kohle wurde so geschont und man musste sich die Hände nicht mehr dreckig machen. Mit der Nachtspeicherheizung sollte auch vermieden werden, dass überschüssiger Strom nachts nicht einfach ungenutzt bleibt. Außerdem ist der Strom nachts günstiger, was die Nachtspeicherheizung noch attraktiver machte.

Wie funktioniert eine Nachtspeicherheizung?

Die Nachtspeicherheizung besitzt einen Wärmespeicher. Dieser enthält Speicherkern-Steine, welche die Wärme speichern, die nachts durch Strom produziert wird. Dadurch, dass Lüfter integriert sind, kann die gespeicherte Wärme reguliert werden. Wenn zum Beispiel zu viel Wärme abgegeben wurde, kann durch die Lüfter der Raum wieder abgekühlt werden. 

Alle Nachtspeicherheizungen funktionieren mit Speicherkern-Steinen. Diese sind ausschließlich dafür da, um die Wärme zu speichern. Es gibt jedoch vier unterschiedliche Modelle der Nachtspeicherheizung. Diese unterscheiden sich in der Art und Weise, wie sie den Strom dann im Haus verteilen. Mehr über diese vier Modelle finden Sie im folgenden Paragraphen.

Arten der Nachtspeicherheizung

Es gibt vier Modelle der Nachtspeicherheizung. Die folgende Tabelle zeigt, inwiefern diese sich voneinander unterscheiden.

Statisch  Wärme wird durch Strahlung abgegeben.
Dynamisch  Wärme wird durch einen Ventilator abgegeben.
Statisch und Dynamisch  Wärme wird durch Strahlung abgegeben. Bei Bedarf ist ein Ventilator integriert, um       die Temperatur zu regeln.
Konvektion  Da kalte Luft nach unten und heiße nach oben steigt, wird in diesem Modell die kalte     Luft unten erwärmt und steigt dann nach oben und fließt in den Raum. Ein Kreislauf     entsteht.

Hochtarif vs. Niedrigtarif 

Ein Hochtarif beschreibt den ganz normalen Bezug von Strom. Andere Bezeichnungen für den Hochtarif sind Hauptzeit Strom, Heizstrom, Tagstrom und Hauptzeittarif. Dieser Strom wird zu einem normalen Standardpreis bezogen.

Ein Niedrigtarif liefert überschüssigen Strom, der nachts entsteht. Weil die Kraftwerke laufen, jedoch durch die Nutzer:innen weniger Strom genutzt wird, entsteht dieser überschüssige Strom. Der Niedrigtarif wird auch Nachtstrom, Nebentarif oder Nachttarif genannt.

HT und NT

Was ist der Unterschied zwischen Eintarif- und Doppeltarifzähler?

Mit einem Eintarifzähler können sie nur einen Tarif nutzen, da nur ein Zählwerk vorhanden ist. Das heißt, nur der Hochtarif kann bezogen werden. Es gibt leider nicht die Möglichkeit, nur den Niedrigtarif zu wählen. Daher zahlen Sie mit ihm zu jeder Tageszeit den gleichen Preis. Ein Doppeltarifzähler hingegen hat zwei Zählwerke. Er unterscheidet zwischen dem Hochtarif und dem Niedrigtarif. So kann nachts der Niedrigtarif und tagsüber der Hochtarif bezogen werden. Dadurch können Sie Kosten sparen.

Was kostet Nachtstrom?

In den 1950ern war Nachtstrom deutlich günstiger als Tagstrom. Daher lohnte sich die Nachtspeicherheizung damals auch sehr. Heute ist der Unterschied nicht mehr so groß wie damals. Doch noch immer kostet Nachtstrom zwischen 20 und 40 % weniger als Tagstrom. Trotzdem ist das Heizen mit der Nachtspeicherheizung heute teurer als das Heizen mit Gas. 

Kosten Nachtspeicherheizung

Wie im Graphen ersichtlich, lag der Nachtstrom Preis im Jahr 2002 bei lediglich 6 cent pro Kilowattstunde. Bereits in 2007 hat sich dieser Preis verdoppelt und lag bei 12 cent pro Kilowattstunde. Bis 2021 stieg der Nachtstrom Preis auf 23 cent pro Kilowattstunde. 

Der durchschnittliche Gaspreis ist niedriger als der Heizstrom Preis. Der Gaspreis liegt 2021 bei 6,11 Cent pro kWh. Der Preis des Nachtstroms ist deutlich höher (23 Cent), wie auch im obigen Graphen erkennbar ist. Allerdings braucht ein 60 Quadratmeter Haushalt im Schnitt 9.600 kWh Gas und nur 7.200 kWh Heizstrom pro Jahr. Orientiert an diesem Durchschnitt würde bei 60 Quadratmetern das Heizen mit Gas ungefähr 586,56 Euro pro Jahr kosten. Das Heizen mit Nachtstrom würde 1.656 Euro im Jahr kosten (Stand der Berechnungen November 2021). 

Die Nachtspeicherheizung hat jedoch sehr geringe Wartungskosten. Es muss kein Schornstein gereinigt werden und eine gasbetriebene Heizung muss stets überprüft werden. Bei der Nachtspeicherheizung fallen somit keine bzw. nur geringe Wartungskosten an. 

Nachtspeicherheizung: sofort ersetzen?

Nachtspeicherheizungen sind im Vergleich zur Gasheizung sehr teuer. Sie sind zwar günstig in der Anschaffung, nach wenigen Jahren aber zahlt sich die günstige Anschaffung nicht mehr aus, da die Heizkosten mit der Nachtspeicherheizung zu hoch werden. Wenn Sie also noch lange in Ihrem Haus wohnen wollen, lohnt sich der Wechsel zu einer anderen Heizungsart. Dort käme dann neben herkömmlichen Gasheizungen zum Beispiel die Wärmepumpe in Frage, wenn Sie bei Heizstrom bleiben möchten. 

Kombination mit Ökostrom

Indem Sie mit Ökostrom heizen, verbessern Sie Ihre CO2 Bilanz enorm. Sie können sowohl bei Heizstromtarifen als auch bei Haushaltsstromtarifen zu Ökostrom wechseln. Klicken Sie dafür bei unserem Heizstromrechner einfach in der linken Menüleiste auf “Nur Ökostrom”. Durch die Nutzung von Ökostrom wird die Nachtspeicherheizung zu einer extrem klimafreundlichen Heizoption.

Vorteile der Nachtspeicherheizung

Green Checkmark Einfache Technik
Green Checkmark Keine Wartung notwendig
Green Checkmark Nutzung des 20% bis 40% günsigeren Nachtstroms
Green Checkmark Ökologisch nachhaltiges Heizen (falls Ökostrom verwendet wird)

Nachteile der Nachtspeicherheizung

no sign Hohe laufende Kosten
no sign Nachtstrom ist teurer geworden
no sign Schlechter Gesamtwirkungsgrad
no sign Kostspielige Entsorgung (bei alten Nachtspeicherheizungen)

Lohnt sich Heizen mit Nachtspeicherheizungen noch?

Das Nutzen der Nachtspeicherheizung lohnt sich heutzutage eher weniger. Bei der Nutzung von Heizstrom ist die Wärmepumpe die effizientere Wahl. Bei der Wärmepumpe wird die Heizenergie nur zu 25% aus Strom gewonnen. 75 % der Energie kommen aus der Umwelt. Daher ist die Wärmepumpe die wirtschaftlich und ökologisch bessere Wahl.