Der richtige Reifendruck

Um mit dem Auto von A nach B zu gelangen, sollte man nicht nur den Tank auffüllen oder die Batterie laden. Man sollte auch den Reifendruck kontrollieren und gegebenenfalls anpassen. Der richtige Reifendruck bringt nicht nur Sicherheit beim Fahren, sondern auch einen geringeren Verbrauch mit sich. Wechseljetzt informiert, wie man den richtigen Reifendruck erzielt.

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Das Auto waschen, auf den Winter vorbereiten, den Reifen wechseln, das Benzin nachfüllen; das alles, um das eigene Auto in einem guten Zustand zu halten und sicher über die Straßen zu fahren. Oftmals passt man den Reifendruck nach dem Reifenwechsel oder vor Urlaubsreisen an, welcher anschliessend in Vergessenheit gerät. Ein fataler Fehler! So birgt ein zu hoher oder zu niedriger Reifendruck nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern auch der Benzinverbrauch steigt an. 

Aufgrund technischer Mängel an der Bereifung sterben in Deutschland jährlich rund 30 Verkehrsteilnehmer/innen und rund 1800 verletzen sich. Dies zeigt, dass der richtige Reifendruck essentiell ist. An den meisten Tankstellen stehen aus diesem Grund kostenlos Messgeräte sowie Kompressoren bereit, um den Reifendruck zu überprüfen und den Reifen mit ausreichend Luft zu befüllen. 

Den Reifendruck bestimmen

Der richtige Reifendruck variiert je nach Fahrzeug und Hersteller. Auch zwischen den Vorder- und Hinterreifen wird meist unterschieden, da unterschiedliche Reifenfüllungen die optimalen Fahreigenschaften ausmachen. Schauen Sie am besten vor dem Befüllen der Reifen nach, wie viel Bar für Ihre Reifen empfohlen sind. Informationen darüber finden Sie je nach Hersteller in der Bedienungsanleitung des Fahrzeuges, im Inneren des Tankdeckels, an der B-Säule bei geöffneter Fahrertür, oder im Handschuhfach. 

Bei hoher Beladung sollte man den Reifendruck unbedingt anpassen. Diesbezüglich stellen die Hersteller auch bestimmte Angaben zur Verfügung. Manchmal kommt es auch vor, dass Hersteller empfehlen, sofern man hohe Geschwindigkeiten fährt, den Reifendruck ein wenig zu erhöhen.
Auch bei dem Ersatzrad ist der Luftdruck regelmäßig zu kontrollieren. Denn was bringt ein platter Ersatzreifen, wenn man aufgrund eines Plattens an einem der Hauptreifen, auf der Autobahn liegen bleibt? 

Die Überprüfung des Reifendrucks sollte stets bei kalten Reifen erfolgen. Wenn es jedoch unumgänglich ist, den Reifendruck im warmgefahrenen Zustand zu kontrollieren, sollte man rund 0.2 Bar vom Messwert abziehen. Warme Luft dehnt sich aus und verfälscht somit den angezeigten Messwert. 

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Zu niedriger Reifendruck

Wer sein Auto gut kennt, kann womöglich bereits am Fahrverhalten erkennen, dass der Reifendruck nicht optimal ist. Ein halber Bar zu wenig im Reifen kann die Fahreigenschaften eines Fahrzeuges erheblich verändern. Das Fahrverhalten des Fahrzeuges wird instabil und kann zum Platzen des Reifens führen. Mit zu wenig Luft im Reifen wird der Bremsweg deutlich länger. Dies kann insbesondere bei Gefahrenbremsungen ein hohes Sicherheitsrisiko darstellen. Außerdem verändert sich die Straßenlage des Fahrzeuges. Die Kurvenlage verschlechtert sich und auch die Spurenlage kann beeinträchtigt sein. Ist der Reifendruck an den Vorderreifen zu niedrig, kann es passieren, dass das Auto nicht mehr sauber geradeaus fährt. Ist an den Hinterreifen zu wenig Luft vorhanden, kann das Heck bei einem Spurwechsel unruhig reagieren oder es bricht sogar aus. Darüber hinaus erwärmt sich ein Reifen mit zu niedrigem Reifendruck stärker, wodurch sich der Reifen verformen und somit beschädigen kann. 

Höherer Verbrauch

Neben den Sicherheitsrisiken führt ein zu niedriger Reifendruck zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch. Bei rund 0.4 Bar zu wenig Luft im Reifen erhöht sich der Rollwiderstand erheblich, was einen Mehrverbrauch von bis zu 0,3 Liter je 100 Kilometer ausmacht. Jährlich werden 3 Milliarden Liter Mehrverbrauch auf einen zu niedrigen Reifendruck zurückgeführt. Wenn man den Reifendruck stets kontrolliert, kann man einen erhöhten Benzinverbrauch verhindern. Dadurch schützt man ebenso die Umwelt, wodurch wiederum die Erdölproduktion zurückgeht. 

Zu hoher Reifendruck

Sofern der Reifendruck nur um rund 0.2 Bar erhöht ist, stellt dies noch kein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Ist der Reifendruck jedoch über einen längeren Zeitraum mehr als 0.2 Bar erhöht, kann dies zu negativen Konsequenzen führen. So verringert sich die Auflagefläche des Reifens durch den erhöhten Reifendruck, was bedeutet, dass der Reifen weniger Haftung auf der Straße hat. Dies ist besonders bei Nässe gefährlich, da die Reifen dann schneller durchdrehen können.  

Reifendruck-Kontrollsystem

Seit 2014 müssen alle in der EU neu zugelassenen Kraftfahrzeuge über ein Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) verfügen. Dieses überwacht den Reifendruck kontinuierlich und warnt Autofahrer/innen, sobald der Reifen zu viel Luft verliert und zu wenig Luft im Reifen ist. Leuchtet das Warnsignal des RDKS auf, ist anzuraten, die Geschwindigkeit zu verringern und den Reifendruck schnellstmöglich zu kontrollieren und zu korrigieren. Durch die Verwendung des RDKS sehen viele Autofahrer/innen von der regelmäßigen Kontrolle des Reifendrucks ab, da das System schließlich eingreift, sobald zu wenig Luft vorhanden ist. Dies kann man jedoch verhindern, wenn man den Reifendruck alle 14 Tage kontrolliert. Insbesondere wer viel fährt, sollte den Reifendruck regelmäßig kontrollieren. 

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Fazit

Oftmals wird der richtige Reifendruck einmal eingestellt und dann nicht wieder kontrolliert. Ein zu niedriger Reifendruck stellt jedoch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar, wodurch das Fahrverhalten negativ beeinträchtigt wird und sogar zu Unfällen führen kann. Auch der Spritverbrauch steigt an, wodurch man unnötig die Umwelt belastet. Ein erhöhter Reifendruck ist nicht so tragisch wie ein zu niedriger, führt jedoch auch zu weniger Haftung auf der Straße. Ein Reifendruck-Kontrollsystem ist zwar seit 2014 bei allen Neufahrzeugen in der EU Pflicht, es gilt jedoch nicht als Einladung, den Reifendruck nicht regelmäßig zu kontrollieren. Idealerweise überprüft man als Fahrer den Reifendruck alle 14 Tage manuell. Neben dem richtigen Reifendruck ist es auch wichtig, regelmäßig einen KFZ Versicherungs-Vergleich durchzuführen, um einen optimalen Rundumschutz für das Auto zu gewährleisten.